Göring-Eckardt und Bischof Meister kritisieren Flüchtlingspolitik

Die Länder der EU müssten sich stärker um die Ursachen für Flucht kümmen statt Schlepper zu bekämpfen, foderten Katrin Göring-Eckardt und Landesbischof Ralf Meister bei einer Podiumsdiskussion in Hannover.

Die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union (EU) folgt nach Ansicht der Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt einer falschen Strategie. "Mit der Bestrafung der Schlepper wird nicht verhindert, dass Flüchtlinge nach Europa kommen", sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion am Mittwochabend in Hannover. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sagte, damit weniger Menschen ihre Heimatländer in Richtung Europa verlassen, sei vor allem ein gerechteres Weltwirtschaftssystem nötig.

Die Armut ihrer Länder zwinge viele Menschen geradezu zur Flucht, betonte der evangelische Theologe bei einer Podiumsdiskussion. Doch um diese Fluchtursachen kümmere sich die EU überhaupt nicht. Stattdessen wolle sie gefängnisartige Auffanglager in Nordafrika einrichten.

Göring-Eckardt, die bis 2013 als Präses die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) leitete, sagte, keiner der Asylsuchenden habe seine Heimat freiwillig verlassen. Meist könnten sie gar nicht zurückkehren. Viele von ihnen seien Klimaflüchtlinge. Ihre Herkunftsländer seien häufig verödet, die Gewässer vor den Küsten leergefischt: "Die Menschen können sich dort nicht mehr ernähren." Dafür seien vor allem westliche Konzerne und der westliche Lebensstil verantwortlich.

Es sei inakzeptabel, die Flucht der Betroffenen über das Mittelmeer verhindern zu wollen, kritisierte sie: "Flüchtlinge müssen sicher nach Europa kommen." Das Mittelmeer dürfe nicht zu einem "Massengrab" werden.