WHO-Führung gibt schwere Fehler im Kampf gegen Ebola zu

Quarantäne-Station in Koidu, Sierra Leone

Foto: REUTERS/Baz Ratner

Quarantäne-Station in Koidu, Sierra Leone.

WHO-Führung gibt schwere Fehler im Kampf gegen Ebola zu
Die Führung der Weltgesundheitsorganisation hat grobe Fehler im Kampf gegen die tödliche Ebola-Epidemie in Westafrika zugegeben. Die WHO sei für einen derart schweren Ausbruch einer Infektions-Krankheit nicht vorbereitet gewesen.

Man wolle nun Reformen einleiten, um für ähnliche Ausbrüche sei es von Ebola oder anderen Erkrankungen besser gewappnet zu sein, erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Montag in Genf.

Chan räumte Mängel und Pannen bei der Koordinierung mit anderen Organisationen und der Kommunikation ein. Zudem habe man die kulturellen und sozialen Besonderheiten in den Schwerpunktländern nicht immer richtig eingeschätzt. Sie verwies auch auf die schwachen Gesundheitssysteme in den drei Ländern, die dem Ausbruch in keiner Weiser gewachsen waren.

Seit Dezember 2013 haben sich in Guinea, Sierra Leone und Liberia fast 26.000 Menschen mit dem Erreger infiziert, mehr als 10.600 starben. Es handelt sich um den schlimmsten Ausbruch, seitdem der Ebola-Erreger 1976 entdeckt wurde. Bislang gibt es weder zugelassene Impfstoffe noch Heilmittel gegen Ebola.



Gesundheitsexperten und Hilfsorganisationen wie "Ärzte ohne Grenzen" üben seit gut einem Jahr heftige Kritik an der WHO-Reaktion auf die Ebola-Epidemie. Die Antwort der WHO sei viel zu langsam, unprofessionell und nicht energisch genug gewesen. Erst im August 2014 hatte die WHO aufgrund der steigenden Opferzahlen einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Experten hatten bereits im April deutlich mehr Hilfe gefordert.

Die WHO versprach nun zusätzliche Kräfte für kommende Ausbrüche von Epidemien wie Ebola bereitzustellen. Ein Pool von Ärzten, Krankenschwestern, Pflegepersonal und anderen Experten solle flexibel in Krisen eingesetzt werden. Zudem soll ein spezieller Fonds aufgestellt werden, um schneller Gelder mobilisieren zu können. Auch will die WHO straffere interne Strukturen einführen. Künftige Reaktionen auf Epidemien sollen stärker auf Anweisung und Kontrolle basieren. Der lang gepflegte Konsens-Stil in der WHO sei für Krisenzeiten nicht geeignet, hieß es.

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