Währungsfonds erlässt Ebola-Ländern Schulden

Währungsfonds erlässt Ebola-Ländern Schulden
Der Internationale Währungsfonds (IWF) erlässt Liberia, Sierra Leone und Guinea einen Teil ihrer Schulden.

100 Millionen US-Dollar (rund 87 Millionen Euro) würden aus einem neuen Katastrophenfonds finanziert, der künftig Mitgliedern bei Gesundheitsnotständen helfen soll, erläuterte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Damit wolle der IWF seine Unterstützung für die von der Ebola-Epidemie besonders betroffenen Länder ausweiten.


Zudem sollen den drei westafrikanischen Länder weitere zinsfreie Kredite von rund 160 Millionen Dollar gewährt werden, wie Lagarde ergänzte. Dieses Darlehen könnte sofort ausbezahlt werden, sobald der Exekutivrat seine Genehmigung gegeben habe. Bereits im September hatte der IWF den drei Ländern Notfallhilfe-Kredite in Höhe von 130 Millionen Dollar gewährt. Der IWF sei damit der erste Schuldner, der den drei Ländern Teil ihrer Schulden erlasse, betonte Lagarde. Die IWF-Chefin rief alle Geberländer auf das gleiche zu tun.

Der neue Katastrophenfonds, der ausdrücklich auch bei Epidemien greifen soll, ersetzt einen Fonds, der 2010 nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti aufgelegt wurde. Dieser war nur für Notfallhilfen nach Naturkatastrophen gedacht.

Bei der bislang schlimmsten Ebola-Epidemie sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation in den drei Schwerpunktländern Liberia, Sierra Leone und Guinea annähernd 22.500 Menschen erkrankt und 9.000 gestorben. Die Dunkelziffer wird jedoch weitaus höher geschätzt. Die Gesundheitssysteme der drei Länder, die bereits vor der Epidemie starke Defizite aufwiesen, sind komplett lahmgelegt.

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