Steinmeier sieht Ansehen Deutschlands wegen "Pegida" beschädigt

Steinmeier sieht Ansehen Deutschlands wegen "Pegida" beschädigt
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sieht Deutschlands Ansehen in der Welt durch die islam- und asylkritischen "Pegida"-Demonstrationen beschädigt. "Bei uns wird unterschätzt, welchen Schaden die fremdenfeindlichen und rassistischen Sprüche und Plakate der 'Pegida' schon jetzt angerichtet haben", sagte Steinmeier der Zeitung "Bild am Sonntag".

Bei seinen zahlreichen Besuchen im Ausland sei "Pegida" häufig Thema. "Ob wir das wollen oder nicht: Gerade bei diesen Fragen blickt die Welt mit großer Aufmerksamkeit nach Deutschland", sagte er. Umso wichtiger sei es, "dass wir klar und deutlich sagen: 'Pegida' spricht nicht für Deutschland."
Deutschland bleibe ein weltoffenes Land und nehme Anteil am Schicksal von  Flüchtlingen.

Zugleich lehnt der Minister einen Dialog mit "Pegida"-Verantwortlichen ab. "Ich rede mit Menschen, die enttäuscht sind, Sorgen haben und sich benachteiligt fühlen, so wie das viele andere Politiker auch tun. Aber ich habe keine Lust, mit den selbst ernannten Funktionären zu sprechen", sagte der SPD-Politiker.

Deutliche Kritik übte er an den "Pegida"-Demonstranten: "Mich nervt diese Attitüde von 'Pegida', die behauptet, man dürfe in Deutschland nicht alles sagen oder niemand würde einem zuhören." Das sei "schlicht nicht wahr" und diene "nur als Vorwand, um mit unsinnigen Forderungen Ängste zu schüren." Dazu gehöre "leider auch Hetze gegen Ausländer und Muslime."

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