EKD-Friedensbeauftragter Brahms ruft zum Einsatz für weltoffene Gesellschaft auf

EKD-Friedensbeauftragter Brahms ruft zum Einsatz für weltoffene Gesellschaft auf
Der kirchliche Friedensbeauftragte Renke Brahms hat dazu aufgerufen, überall in Deutschland weiter für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft auf die Straße zu gehen. "Jetzt kommt es darauf an, dass wir uns von den Anschlägen in Paris und von islamfeindlichen Strömungen nicht lähmen lassen", betonte der leitende Bremer Theologe und Beauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Viele Menschen in Deutschland hätten das Bedürfnis, sich gegen antisemitische, islamfeindliche und fremdenfeindliche Strömungen in der Gesellschaft unterzuhaken, betonte Brahms. "Wir stehen für etwas: Für Weltoffenheit, für Vielfalt, für eine Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen und Zuwanderern." Es erstaune und bewege ihn, wie viele Menschen sich konkret für jene einsetzten, die aus lebensbedrohlichen Situationen etwa im Irak, in Syrien oder auf dem Mittelmeer nach Deutschland gekommen seien.

Am Montag wollen Tausende Menschen in Deutschland erneut gegen die islamfeindliche "Pegida" und deren Ableger in mehreren Städten auf die Straße gehen. Brahms gehört zu den Unterstützern des Bündnisses "Bremen tut was", das für Montag zu einer Demonstration auf dem Bremer Marktplatz aufgerufen hat. Den Umgang mit den Sorgen von Bürgern aus der "Pegida"-Bewegung sieht der Theologe als Herausforderung und auch als Frage, die den inneren Frieden in Deutschland berührt: "Es geht um den sozialen Zusammenhalt. Sozial benachteiligte Bürgern brauchen genauso wie Flüchtlinge und Asylsuchende konkrete Perspektiven. Das reicht von bezahlbarem Wohnraum über gerechte Bezahlung im Job bis zu Ausbildungsplätzen für Jugendliche. Das ist das Fundament für den inneren Frieden in Deutschland."

Brahms warb dafür, "mit langem Atem" für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft einzutreten, die in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kirchen im sozialen Ausgleich errungen werde. "Und in Teilhabe, die durch Investitionen, Begegnungen, Dialog und Aufklärung gewonnen wird. Wir können nicht nur Erklärungen für Vielfalt unterschreiben, wir müssen auch praktisch etwas dafür tun."

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