Schorlemmer sieht in Dialog mit "Pegida" wenig Sinn

Schorlemmer sieht in Dialog mit "Pegida" wenig Sinn
Der Theologe Friedrich Schorlemmer hat der Politik von einem Dialog mit der islamfeindlichen "Pegida"-Bewegung abgeraten.

"Die Parteien selbst sollten da keine Initiative ergreifen", sagte der DDR-Bürgerrechtler am Dienstag in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Solange sich Pegida nicht distanziert von dem Gebrüll und Slogans wie 'Lügenpresse, halt die Fresse', dürfe man auf die Bewegung nicht zugehen. "Es muss auch einen Stolz von Demokraten geben. Man muss nicht mit jedem Idioten reden", sagte Schorlemmer.

Der evangelische Theologe aus Wittenberg sagte, "Pegida" sei ein großes und undurchsichtiges Konglomerat, dem er wenig traue. Wenn es Struktur bekäme, könne man über einen Dialog reden. Solange sieht er aber andere Aufgaben: "Die sollten zur Volkshochschule gehen, aber nicht in einen Dialog mit politischen Parteien eintreten", sagte Schorlemmer.

Er sagte, unter den "Pegida"-Mitläufern gebe es Leute, die festgelegt seien, beispielsweise auf Islamophobie. Mit ihnen sei ein Gespräch nicht weiterführend. "Fremdheit zu Feindschaft zu verwandeln, ist außerhalb unseres demokratischen Konsenses", sagte er. Trotzdem sollte man ein Gespräch versuchen, sagte Schorlemmer auf der anderen Seite. "Jeder einzelne, den man vielleicht doch noch gewinnt, zählt", sagte er.

Er lobte in dem Zusammenhang die Bemühungen der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen und würdigte dessen Direktor Frank Richter als "fairen Moderator". Dort gehöre das Thema derzeit hin, sagte Schorlemmer. Der Theologe kritisierte allerdings die Bereitstellung von Räumen in der Landeszentrale für die "Pegida"-Pressekonferenz am Montag. "Diesen Raum hätte ich denen nicht gegeben. Das ist eine Propagandaveranstaltung gewesen", fügte er hinzu. Dabei kritisierte er auch die Journalisten, die gekommen waren: "Die gesamte Presse hätte den Stolz haben müssen, zu sagen: 'Wir gehen da nicht hin.'"

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