EKD-Friedensbeauftragter sieht Volkstrauertag als Mahnung zu zivilen Konfliktlösungen

Volkstrauertag

Foto: dpa/Peter Steffen

Das Bild eines verstorbenen Soldaten steht auf dem Soldatenfriedhof "British Military Cemetery Limmer" in Hannover vor einem Grabstein.

EKD-Friedensbeauftragter sieht Volkstrauertag als Mahnung zu zivilen Konfliktlösungen
Der bevorstehende Volkstrauertag an diesem Sonntag mahnt nach Auffassung des evangelischen Friedensbeauftragten Renke Brahms zu zivilen Konfliktlösungen.

"Es darf nicht sein, dass angesichts der zunehmenden Zahl von Konflikten in der Welt immer nur der Ruf nach dem Militär erschallt", warnte der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und leitende Theologe aus Bremen und fügte hinzu: "Zivil geht vor Militär."  Instrumente ziviler Konfliktbearbeitung müssten deutlich ausgebaut und finanziell besser ausgestattet werden.


Brahms kritisierte insbesondere die Vielzahl der deutschen Rüstungsexporte. "Es ist ein Skandal, dass Deutschland derzeit drittgrößter Waffenexporteur der Welt ist", sagte Brahms. Angesichts der deutschen Geschichte mit zwei Weltkriegen sei hier ein Umdenken angesagt. Besonders der Export von Kleinwaffen ist dem Theologen ein Dorn im Auge. "Gerade Handfeuerwaffen spielen in Bürgerkriegen eine wichtige Rolle." Er unterstütze daher die Bestrebungen in der Bundesregierung, Waffenexporte restriktiver zu handhaben.

Der Volkstrauertag erinnert Brahms zufolge nicht nur an getötete Soldaten. Auch die vielen zivilen Opfer von Gewalt und Krieg dürften nicht vergessen werden. "Alle Opfer von Kriegen mahnen nachdrücklich zum Frieden: In Kriegen und kriegerischen Konflikten sterben nicht nur Soldaten, sondern viele unschuldige Menschen, darunter auch viele Kinder."

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