Künftiger Senatschef: Berlin wird Vorreiter bei Energiewende

Künftiger Senatschef: Berlin wird Vorreiter bei Energiewende
Berlins künftiger Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), will die Bundeshauptstadt zum weltweiten Vorreiter beim Klimaschutz machen.
04.11.2014
epd
Christine Xuân Müller

"Das ist ein selbstverständliches Ziel", sagte der amtierende Senator für Stadtentwicklung und Umwelt anlässlich der Auftaktveranstaltung des neuen Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Ausschlaggebend dafür seien zwei Gründe: "Deutschland will Vorreiter sein in Sachen Energiewende und da muss die deutsche Hauptstadt ebenfalls eine Vorreiterfunktion haben", unterstrich Müller.

Zudem habe Berlin auf kommunaler Ebene "schlichtweg ein Eigeninteresse", die Menschen vor umweltschädlichen Umwelteinflüssen zu entlasten. "Insofern ist das Ziel, Vorreiter beim Klimaschutz zu sein, ein zwingendes Ziel, dass ich auch als Regierender Bürgermeister weiter verfolgen werde", sagte Müller.

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Bis 2050 solle Berlin zur "klimaneutralen Stadt" werden. Das bedeute, dass der CO2-Ausstoß bis 2050 um 85 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden soll. Dieses Ziel sei realistisch umsetzbar, es gebe technologisch gute Lösungen dafür, allerdings müsse auf allen Ebenen noch viel getan werden.

Berlin sei den bundesweiten Zielen bereits jetzt leicht voraus. So habe die Bundeshauptstadt ihren CO2-Ausstoß gegenüber 1990 schon um 32 Prozent reduziert. Bundesweit liege man darunter. Auch in den einzelnen Schrittfolgen wolle Berlin schneller sein als die deutschlandweite Entwicklung. So solle bundesweit bis 2030 der CO2-Ausstoß um 40 Prozent reduziert werden, Berlin plane dagegen eine Reduzierung von 60 Prozent.

Nötig sei dazu ein "Mix aus Maßnahmen", erläuterte Müller. So sollen Berlins Dächer mit mehr Solarmodulen ausgestattet werden, in Kooperation mit dem Land Brandenburg neue Windkraftanlagen entstehen, Elektrofahrzeuge im privaten und vor allem im Nutzfahrzeugbereich herkömmliche Autos ersetzen. "Wir werden im Bereich der privaten Haushalte, der Wirtschaft, der öffentlichen Gebäude, der Elektromobilität vielfältige Maßnahmen ergreifen müssen, um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen", sagte Müller. Konkrete Pläne, welche Schritte bis wann realisiert werden, sollen in etwa einem Jahr vorliegen.

Mit Blick auf die klimafreundliche Gebäudesanierung teilt Müller die Sorge vieler Berliner vor steigenden Mieten. Die Investitionen würden in aller Regel durch eine Umlage auf die Miete finanziert. Mit jeder Investition in erneuerbare Energien müsse deshalb eine "Warmmietneutralität" mitgedacht werden, sagte er. Mögliche Steigerungen bei der Kaltmiete sollten durch geringere Energiekosten ausgeglichen werden. "Das heißt, Mieter sollen möglichst nach der Sanierung nicht mehr bezahlen als vorher", sagte Müller.