Gründerin von erstem Dritte-Welt-Laden gestorben

Die Gründerin des ersten Dritte-Welt-Ladens in Deutschland, Edda Stelck, ist tot.

Die frühere Mitarbeiterin des Zentrums Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sei am Dienstag in Frankfurt am Main im Alter von 74 Jahren gestorben, teilte Kirchensprecher Volker Rahn am Mittwoch in Darmstadt mit. Die Sozialarbeiterin, Pädagogin und Therapeutin hatte 1972 in Frankfurt den ersten Dritte-Welt-Laden der Bundesrepublik gegründet. Ab 1987 wirkte sie an der Gründung der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung mit. 2011 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Die in Hamburg geborene Edda Stelck arbeitete zunächst als Gemeindepädagogin in ihrer Heimatstadt, ehe sie 1968 nach Frankfurt kam. Hier studierte sie Sozialarbeit an der Fachhochschule und war zugleich beim Evangelischen Mädchenwerk als "Reisesekretärin" in der Fortbildung Ehrenamtlicher tätig. In den 1970er Jahren kreierte sie den Slogan "Jute statt Plastik" und etablierte den "Bundeskongress entwicklungspolitischer Aktionsgruppen" (BUKO).

1978 wurde Stelck Studienleiterin und stellvertretende Leiterin der Tagungs- und Beratungsstelle der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und später auch Beauftragte für Ökumene und Seelsorge im landeskirchlichen Zentrum Ökumene. Dort veranstaltete Stelck unter anderem Seminare zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit mit Konfirmanden, Jugendgruppen, Dritte-Welt-Gruppen, Gemeinden, Pfarrern und Vikaren.

Rund zwei Jahrzehnte gehörte Stelck dem Ausschuss für entwicklungsbezogene Bildung und Publizistik des Evangelischen Entwicklungsdienstes an, zuletzt als stellvertretende Vorsitzende. Zu ihrem vielfältigen Engagement gehörte auch die Koordination der Früchteboykott-Aktion der Evangelischen Frauenarbeit gegen das ehemalige südafrikanische Apartheid-Regime.