Mehrheit der Deutschen laut Umfrage für Sterbehilfe

Sterbehilfe

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Mehrheit der Deutschen laut Umfrage für Sterbehilfe
Dabei ist die Zustimmung im Osten des Landes deutlich größer als im Westen. Nicht einmal jeder fünfte Befragte lehnt die aktive Sterbehilfe demnach strikt ab.

Die Mehrheit der Deutschen ist dafür, dass Mediziner sterbewillige Schwerstkranke auf deren Wunsch hin töten dürfen. In einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die auf "Phoenix" laufende evangelische Fernseh-Talkshow "Tacheles" betrachteten 58 Prozent der Befragten aktive Sterbehilfe durch einen Arzt als Gnadenakt, wie die Redaktion am Donnerstag in Hannover mitteilte. Danach liegt die Zustimmung in den östlichen Bundesländern sogar bei 71 Prozent gegenüber 55 Prozent im Westen.

Dass Ärzte ein tödliches Medikament bereitstellen, mit dem sich aussichtslos Erkrankte ihren Todeswunsch selbst erfüllen, hielten mit 57 Prozent fast gleich viele Befragte für richtig. Eine strikte Ablehnung der Sterbehilfe, wie sie unter anderem die Kirchen vertreten, wurde den Angaben zufolge nur von 17 Prozent unterstützt.

Für die Umfrage befragte das Bielefelder Demoskopie-Institut Emnid 500 Menschen ab 14 Jahre. Auftraggeber waren die Evangelische Kirche sowie die Evangelische Zeitung. Über eine neue Regelung der Sterbehilfe wird demnächst der Bundestag beraten. Tötung auf Verlangen ist in Deutschland verboten. Ein Arzt kann dafür mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

Auch in ihrer letzten Folge am Donnerstagabend beschäftigt sich die Sendung in der hennoverschen Marktkirche mit dem Thema "Sterbehilfe und die Medizin - Dürfen Ärzte töten?" Zu Gast sind der evangelische Bischof Heinrich Bedford-Strohm aus Bayern, die Juristin und langjährige SPD-Politikerin Ingrid Matthäus-Maier, der Vorsitzende des Hartmannbundes der Ärzte, Klaus Reinhardt, und der Berliner Arzt und Sterbehelfer Uwe-Christian Arnold.

Die Talkshow wird nach 15 Jahren zum letzten Mal aus der Marktkirche in Hannover gesendet. Der Sender "Phoenix" und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) denken über ein neues Konzept nach.

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