Neues Strafrecht im Tschad macht Homosexualität strafbar

Kenya terror summit

Foto: dpa/Daniel Irungu

Neues Strafrecht im Tschad macht Homosexualität strafbar
Homosexualität ist im Tschad künftig strafbar. Das sehe das neue Strafgesetzbuch des Landes vor, berichtete am Montag der französische Auslandssender RFI.

Bislang wurde Homosexualität im mehr als fünfzig Jahre alten Strafrecht nicht erwähnt. Menschenrechtler im Tschad erklärten die Entscheidung des Kabinetts mit der tiefen Religiosität im Land. Die Zeit für eine liberalere Gesetzgebung sei noch nicht reif, sagte der Präsident der tschadischen Organisation "Menschenrechte ohne Grenzen", Dézoumbé Passalet Daniel.

Die tschadische Regierung selbst begründete ihren Vorstoß damit, die traditionelle Familie schützen zu wollen. Tatsächlich dürften auch populistische Motive eine Rolle spielen. Die Regierung von Präsident Idriss Déby steht unter Druck. Vor einem Jahr hatte eine angebliche Hochzeit zweier Männer in Abéché im Osten des Landes Schlagzeilen gemacht und eine regelrechte Hetzjagd ausgelöst. Konservative Muslime und Christen hatten in dem Zusammenhang bemängelt, dass Homosexualität im Tschad nicht ausdrücklich verboten sei.

Der Tschad schafft mit der Reform seines Strafgesetzbuchs zugleich die Todesstrafe ab. Dazu hatte das Land sich in mehreren internationalen Abkommen verpflichtet. Seit zehn Jahren war im Tschad bereits keine Todesstrafe mehr vollstreckt worden.

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