Vier Millionen Besucher beim Tag des offenen Denkmals

Mosaik vor der großen Betonwand in der Bremer Kirche Ellener Brok

Foto: epd-bild / Dieter Sell

Vier Millionen Besucher beim Tag des offenen Denkmals
Rund vier Millionen Menschen haben sich am bundesweiten Tag des offenen Denkmals beteiligt, der in diesem Jahr das Thema "Farbe" hatte. Das waren etwa genauso viele wie im Vorjahr, wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz am Sonntag in Hamburg mitteilte. In Mainz gab es erstmals seit Monaten wieder Führungen durch die St. Johanniskirche, die älteste Kathedrale nördlich der Alpen.

Rund 7.500 denkmalgeschützte Bürohäuser, Kirchen, Burgen, Villen und Schiffe hatten geöffnet. Die Veranstalter zeigten sich mit der Resonanz zufrieden. Lediglich das Wetter sei in vielen Regionen schlecht gewesen, hieß es.

Der Wert des Denkmalschutzes werde am Tag des offenen Denkmals für jeden erfahrbar, sagte die Vorsitzende Stiftung, Rosemarie Wilcken, bei der Eröffnung in Hamburg. Die Spuren der Kulturnation seien hier sichtbar. Die Geschichte werde heute oft als farblos empfunden, sagte Andreas Kellner, Leiter des Hamburger Denkmalschutzamtes. Oft werde von "grauer Vergangenheit" gesprochen, Schwarz-Weiß-Fotos unterstrichen dies. Dabei seien Architekten und Baumeister früher mutig mit Farbe umgegangen.



Erstmals wurde der Denkmalschutztag in Hamburg eröffnet. Rund 30.000 Besucher wurden in der Hansestadt gezählt. Hamburg habe einen vergleichsweise jungen Denkmalbestand, sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos). Dies sei Folge des großen Brandes von 1842, der Kriegsbomben und eines ungezügelten Baubooms in der Nachkriegszeit. Um die Akzeptanz von Denkmälern der Moderne müsse immer wieder gerungen werden. Es gebe jahrhundertealte Erfahrung mit dem Erhalt von Metall, Stein und Holz, aber noch vergleichsweise wenig mit Beton oder Kunststoff.

In Mainz gab es erstmals seit Monaten wieder Führungen durch die St. Johanniskirche. Archäologen hatten das heute evangelische Gotteshaus als älteste Kathedrale identifiziert, die im Mittelalter nördlich der Alpen gebaut wurde. Sie fanden Mauerreste aus der Zeit der Merowinger im 6. und 7. Jahrhundert. Bei Renovierungsarbeiten waren zunächst zufällig Fußböden aus dem 9. Jahrhundert freigelegt worden. Dann konnten die Forscher nachweisen, dass die Kirche mit der frühmittelalterlichen Mainzer Kathedrale identisch sein muss. Mit dem Bau des benachbarten heutigen Doms wurde erst nach 975 begonnen.

Meldungen

Top Meldung
Predigt schreiben braucht viel Zeit
Einen anderen Umgang mit kirchlichen Ressourcen fordert der evangelische Theologieprofessor Heinzpeter Hempelmann. Der größte Teil der personellen Ressourcen - nämlich die Pfarrer:innen - werde zur Versorgung eines immer kleiner werdenden Teils der Kirchenmitglieder eingesetzt.