Protest gegen Anti-Homosexuellen-Gesetz in Gambia

Protest gegen Anti-Homosexuellen-Gesetz in Gambia
Mit einem Appell an den gambischen Präsidenten haben internationale Menschenrechtsorganisationen gegen ein verschärftes Anti-Homosexuellen-Gesetz des westafrikanischen Landes protestiert.
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Amnesty International und Human Rights Watch forderten am Mittwoch Präsident Yahya Jammeh auf, das vom Parlament beschlossene Gesetz zurückzuweisen, das lebenslange Haft für Fälle "schwerer Homosexualität" vorsieht.

Die Verschärfung eines bereits vorhandenen Gesetzes verstoße gegen Völkerrecht und schaffe ein Klima der Angst, kritisierten die Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung. Sie verurteilen darin auch die Tatsache, dass der Tatbestand bewusst schwammig gefasst sei und damit zu einer willkürlichen Verfolgung von Schwulen und Lesben einlade.

Die Vorschrift tritt erst in Kraft, wenn sie vom Staatschef unterzeichnet wird. In der Vergangenheit hatte Jammeh Homosexuelle allerdings immer wieder mit scharfen Worten denunziert. So bezeichnete er sie als Ungeziefer, das aggressiv bekämpft werden müsse. Jammeh hatte sich 1994 an die Macht geputscht. Seitdem ließ sich der 49-Jährige mehrmals in Wahlen bestätigen. Jammeh regiert den westafrikanischen Zwergstaat in autoritärem Stil. Oppositionelle und unabhängige Journalisten werden verfolgt und willkürlich eingesperrt.
 

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