Islamische Theologen verurteilen IS-Terror

Deutsche Islamwissenschaftler haben sich von der "Ideologie des Hasses und der Gewalt" der Terrorarmee "Islamischer Staat (IS)" in Syrien und dem Irak distanziert.

"Die Deutungshoheit über den Islam darf nicht Extremisten und Gewalttätern überlassen werden", appellierten die sechs Direktoren der deutschen Zentren für islamische Theologie in einer gemeinsamen Erklärung, die sie bei dem noch bis Freitag dauernden Kongress "Horizonte der islamischen Theologie" in Frankfurt veröffentlichten.


Darin heißt es, die Deutungshoheit über den Islam müsse in Deutschland aus der Mitte der Gesellschaft heraus und an den Universitäten errungen werden. Dies sei umso wichtiger, da sich immer mehr junge Menschen in Europa dem Gedankengut des IS und anderer extremistischer Gruppierungen anschlössen. "Die ungeheuerliche Gewalt, die von den Anhängern des IS ausgeht, negiert alle Regeln der Menschlichkeit und zivilisatorischen Normen, für deren Herausbildung auch der Islam eine wichtige Rolle gespielt hat".

Bislang haben rund 50 Wissenschaftler die Erklärung unterschrieben. Die Erstunterzeichner sind die Professoren Bekim Agai (Frankfurt), Maha El-Kaisy Friemuth (Erlangen-Nürnberg), Mouhanad Khorchide (Münster), Yasar Sarikaya (Gießen), Erdal Toprakyaran (Tübingen) und Bülent Ucar (Osnabrück). In Frankfurt diskutieren derzeit rund 140 Wissenschaftler auf dem ersten internationalen Kongress islamischer Theologie in Deutschland über Fachthemen. Veranstalter ist das "Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam" der Goethe-Universität.