Amnesty kritisiert Behandlung mutmaßlicher Kindersoldaten in Mali

Amnesty kritisiert Behandlung mutmaßlicher Kindersoldaten in Mali
In Mali werden mutmaßliche Kindersoldaten nach einer Festnahme weiter Opfer schwerer Menschenrechtsverletzung.

Minderjährige, die der Mitgliedschaft in einer bewaffneten Gruppe oder des illegalen Waffenbesitzes verdächtigt werden, würden in die gleichen Gefängnisse gesperrt wie Erwachsene, hieß es in einem Bericht von Amnesty International, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Vom dort aus könnten sie ihre Familien nicht kontaktieren und hätten keinen Rechtsbeistand.

"Mali verstößt mit diesem Vorgehen gegen seine internationalen Menschenrechtsverpflichtungen und gegen die Grundsatzvereinbarung zwischen der malischen Regierung und den Vereinten Nationen", kritisiert Amnesty International. Die Organisation hatte für den Bericht unter anderem die Haftbedingungen von 16-Jährigen untersucht. Seit Beginn des Konflikts im Januar 2012 wurden laut Amnesty Dutzende Minderjährige von regierungsnahen Milizen und von den bewaffneten Oppositionsgruppen rekrutiert.

Der Norden Malis kommt trotz eines militärischen Eingreifens Frankreichs im vergangenen Jahr und der Präsenz einer UN-Mission nicht zur Ruhe. Auslöser der Krise war die Eroberung des Nordens durch die Tuareg-Miliz MNLA zusammen mit islamistischen Gruppen. Sie wurden später von der "Al-Kaida im islamischen Maghreb" und anderen radikalen Milizen verdrängt. Amnesty rief alle Konflikt-Parteien auf, die andauernde Menschenrechtsverletzungen einzustellen.

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