Bibelserie: "Denn wie sein Name, so ist er"

Gemälde "Jonas und der Wal" (1621) von Pieter Lastmann (1583-1633)

Foto: akg-images/Pieter Lastmann

Vor dem großen Fisch kann auch Jona, die "Taube", nicht fliehen. Gemälde "Jonas und der Wal" (1621) von Pieter Lastmann.

Bibelserie: "Denn wie sein Name, so ist er"
"Wie soll es denn heißen?" – eine Frage, der sich alle werdenden Eltern stellen müssen. Die einen versuchen, die Einzigartigkeit ihres Kindes durch einen ausgefallenen Doppelamen zu betonen, andere wählen einen alten Namen, der seit Jahrtausenden in Gebrauch ist. Viele Namen, die noch heute zu den beliebtesten zählen, finden sich schon in der Bibel. Schon damals gab es allerdings auch Eltern mit merkwürdigen Ideen.

Ben – Sohn des Glücks

1. Mose 35,18
Ganz oben in den diesjährigen Top-Ten der Jungennamen findet sich der Name Ben. Das ist die englische Kurzform des hebräischen Namens Benjamin. Übersetzt bedeutet er "Sohn der rechten (glücklichen) Hand" kurz gesagt also "Sohn des Glücks". Benjamin war der zweite Sohn Jakobs und seiner Lieblingsfrau Rahel. Als seine Mutter merkte, dass sie die Geburt nicht überleben würde, nannte sie den Sohn zunächst Ben-Oni, "Sohn des Unglücks". Jakob jedoch, gab ihm den Namen Benjamin. Denn der Kleine vermochte ihn ein wenig über den Verlust seines totgeglaubten Lieblingssohnes Josef hinwegzutrösten.

Zitat: "Als ihr aber das Leben entwich und sie sterben musste, nannte sie ihn Ben-Oni, aber sein Vater nannte ihn Ben-Jamin."

Lea – die Wildkuh

1. Mose 29,17
Der Name Lea kommt ebenfalls aus dem Hebräischen und bedeutet "Wildkuh" vielleicht auch "die sich vergeblich Mühende". Lea war die erste Frau Jakobs. Sie soll weniger anmutig gewesen sein als ihre Schwester Rahel, es heißt, ihre Augen seien "ohne Glanz" gewesen. Jakob, der sich gleich in Rahel verliebt hatte, bekam vom Vater der beiden Frauen zunächst Lea zur Ehefrau und musste dann noch einmal jahrelang um Rahel dienen. Obwohl Lea ihrem Mann mehr Kinder gebar als ihre Schwester, galt Jakobs Liebe vor allem Rahel, was zu heftigen gegenseitigen Eifersüchteleien zwischen den Frauen führte.

Zitat: "Aber Leas Augen waren ohne Glanz, Rahel dagegen war schön von Gestalt."

Jonas – die Taube

Jona 1-2
Jonas ist die Griechische Form des hebräischen Namens Jona, die "Taube". Jona war ein Prophet, der von Gott den Auftrag erhielt, den Menschen in der Stadt Ninive ihr sündhaftes Verhalten vor Augen zu führen. Jona allerdings hatte keine Lust, schlechte Nachrichten zu verkünden, und versuchte per Schiff vor seiner Aufgabe zu fliehen. Das Schiff geriet bald in einen heftigen Sturm. Jona wusste, dass Gott das Unwetter seinetwegen hatte aufkommen lassen und ließ sich über Bord werfen. Ein großer Fisch verschlang ihn. Im Bauch des Fisches erkannte Jona, dass man vor Gott nicht fliehen kann, und versprach, seinen Auftrag nun zu erfüllen. "Und der Herr sprach zu dem Fisch und der spie Jona aus ans Land."

Zitat: "Der Herr ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte."

Hanna – die Begnadete

1. Samuel 1
Hanna ist ein hebräischer Frauenname. Übersetzt bedeutet Hanna "Gnade". Hanna war die erste Frau Elkanas. Sie konnte keine Kinder bekommen, was sie sehr mitnahm. Immer, wenn ihr Mann zu seiner zweiten Frau ging, weinte sie und aß nichts. Obwohl ihr Mann ihr liebevoll zugeneigt blieb, ließ sie sich durch nichts über ihre Kinderlosigkeit hinwegtrösten. Eines Tages ging sie zum Tempel und bat Gott so inbrünstig um einen Sohn, dass der Priester zunächst dachte, sie sei betrunken. Da hatte Gott endlich ein Einsehen und als Elkana das nächste Mal mit Hanna schlief, wurde sie schwanger und gebar ihren ersten Sohn Samuel.

Zitat: "Und Hanna ward schwanger und als die Tage um waren, gebar sie einen Sohn und nannte ihn Samuel."

Lukas – ins Licht hineingeboren

Philemon 24, Kolosser 4,14
Der Name Lukas kommt aus dem Griechischen und heißt übersetzt "der ins Licht Hineingeborene". Lukas ist einer der vier Evangelisten des neuen Testaments und der Verfasser der Apostelgeschichte. Paulus erwähnt ihn in seinen Briefen als "Mitarbeiter" und als "Arzt". Lukas kam aus dem Syrischen Antiochia und entstammte vermutlich einem nichtjüdischen Umfeld. Als Arzt muss er ein gebildeter Mann gewesen sein. Für einen Nichtjuden kannte er sich zudem sehr gut in den Schriften des Alten Testaments aus. Jesus hat er wohl nicht persönlich gekannt, doch scheint er Paulus zeitweise auf seinen Missionsreisen begleitet zu haben. Lukas gilt als erster christlicher Geschichtsschreiber.

Zitat: "Es grüßt euch Lukas, der Arzt."

Lena – Maria aus Magdala

Lukas 8,2; Matthäus 27,56
Lena ist eine Kurzform des Namens Magdalena, der auf Maria aus Magdala zurückgeht. Magdala war ein Ort am See Genezareth – man könnte den Ortsnamen mit "Turm" übersetzen. Maria Magdalena ist eine der bekanntesten Jüngerinnen Jesu. Es heißt, Jesus habe sie "gesund gemacht", woraufhin sie ihm bis nach Jerusalem folgte und auch Zeugin seiner Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung wurde. Sie muss recht vermögend gewesen sein, denn der Evangelist Lukas berichtet, sie und einige andere Frauen hätten Jesus "mit ihrer Habe" unterstützt.  

Zitat: "Es waren viele Frauen da …; die waren Jesus nachgefolgt und hatten ihm gedient; unter ihnen war Maria von Magdala."

Kaulquappe 

1 Samuel 1,3
In der Bibel finden sich auch äußerst seltsame Namen. Einer der Söhne des frommen Priesters Eli trug den Namen Hofni, "Kaulquappe". Der Name scheint tatsächlich Programm gewesen zu sein: Zusammen mit seinem Bruder Pinhas ("der Schwarze") glitschte Hofni, ganz anders als der fromme Vater, kaulquappengleich auf Abwegen durchs Leben. Die Geschwister, die später selbst Priester wurden, beleidigten Gott etwa, indem sie einfach von dem ihm bestimmten Opferfleisch aßen und sich mit den Frauen vergnügten, die im Heiligtum ihren Dienst taten.

Zitat: "Dort aber waren Hofni und Pinhas, die beiden Söhne Elis, Priester des Herrn."

Raubebald-Eilebeute

Jesaja 8,1
Der wohl seltsamste Name in der Bibel ist Raubebald-Eilebeute. So hieß der Sohn des Propheten Jesaja. Diesen Namen hatte sich allerdings nicht der Vater selbst ausgedacht, sondern Gott. Bei Propheten kam es häufiger vor, dass ihnen Gott die Namen für ihre Kinder vorgab, um Botschaften mitzuteilen. So auch diesmal: Das Volk Israel war abtrünnig und befolgte Gottes Weisungen nicht. Fantasievoll versuchte Gott den Menschen ihre Situation deutlich machen. Als Zeichen dafür, dass der König von Assyrien Israel schon bald besetzen und ausrauben werde, ließ er Jesaja seinem Sohn also einfach diesen merkwürdigen Namen geben.

Zitat: "Und der Herr sprach: Nenne ihn Raubebald-Eilebeute!"

Schminktöpfchen

Hiob 42,13-14
Nachdem Gott Hiobs Leiden beendet hatte, muss Hiob sich in einem Glückstaumel befunden haben. Besonders, als Gott ihm auch noch neuen Nachwuchs schenkte. "Sieben Söhne und drei Töchter" sollen ihm noch vergönnt gewesen sein. Vor allem von den kleinen Mädchen muss er sehr entzückt gewesen sein, denn er gab ihnen die Namen Jemima, Kezia und Keren-Happuch – Täubchen, Zimmetblüte und Schminktöpfchen. Ob die drei als Frauen mit ihren Prinzessinnennamen auch noch glücklich waren?

Zitat: "Und er bekam … drei Töchter und nannte die erste Jemima, die zweite Kezia und die dritte Keren-Happuch."

"Denn wie sein Name, so ist er" (1 Sam. 25,25), heißt es in der Bibel. Ein Name war schon damals nicht nur ein Wort, sondern bildete mit dem Namensträger eine geheimnisvolle Einheit. Der Name gibt immer auch etwas von der Persönlichkeit des Trägers wieder. Oft zeigen sich in der Namenswahl zudem Erfahrungen oder Erwartungen der Eltern. Durch das Aussprechen von Namen, kann man nach biblischer Auffassung in gewisser Weise sogar über den Träger des Namens verfügen.

aus dem chrismonshop

Leuchtender Osterjubel – Wortlicht-Kerze
Die Osterbotschaft zum Leuchten bringen – und das ganz langsam: Nach dem Anzünden des Wortlichts erscheint der verborgene Text auf der Kerzenoberfläche und sorgt über 40...