Gabriel verspricht Jesiden im Nordirak mehr Hilfe

Gabriel empfängt Vertreter der Jesiden in Deutschland

Foto: dpa/Maurizio Gambarini

Gabriel verspricht Jesiden im Nordirak mehr Hilfe
SPD-Chef Sigmar Gabriel hat den im Nordirak verfolgten Jesiden weitere Hilfen in Aussicht gestellt.

Sollten mehr als die bisher von der Bundesregierung bewilligten 4,4 Millionen Euro notwendig sein, werde Deutschland mehr leisten, sagte er am Dienstag in Berlin nach einem Treffen mit Vertretern der kurdischen Volksgruppe. Es gebe keine Obergrenze.

Gabriel verlangte zugleich die Einrichtung von Schutzzonen für die Jesiden. Eine Beteiligung der Bundeswehr sei aber ausgeschlossen, sagte der Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister. Dies sei Aufgabe der irakischen Armee.

Die Jesiden werden im Nordirak gegenwärtig von der sunnitischen Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) verfolgt und vertrieben. Mehrere hundert Menschen sollen getötet worden sein, rund 300 Frauen verschleppt. Die Dschihadistengruppe sieht in den Jesiden "Teufelsanbeter", da sie neben Gott auch mehrere Engel verehren. Weltweit gibt es rund 800.000 Jesiden, in Deutschland leben Schätzungen zufolge zwischen 50.000 und 80.000 von ihnen. Die IS-Kämpfer drangsalieren im Norden des Irak auch Christen und Angehörige anderer Religionen.

Gabriel lehnte Waffenlieferungen an die Kurden ab. Häufig verblieben die Waffen auch nach Ende des Konflikts im Land, warnte der Parteichef. Damit habe man in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen gemacht. Gabriel hatte sich als Wirtschaftsminister jüngst für eine schärfere Kontrolle deutscher Waffenexporte starkgemacht.
 

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