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Jesus lebt, fast überall

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Jesus lebt, fast überall
Menschen, die sich für den Messias halten
Älterer Mann hinter Samtvorhang mit drei jüngeren Frauen

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Älterer Mann hinter Samtvorhang mit drei jüngeren Frauen

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Brasilia in Brasilien, 2014: INRI Cristo am Ende einer Gebets-Session in seiner Kapelle. Geboren wurde INRI Cristo als Alvaro Theiss. Seinen neuen Vornamen hat er von der überlieferten Inschrift am Kreuz Jesu' übernommen, die Initialen stehen für "Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum" (Jesus, König der Juden). Seine erste Erweckung als Christus hatte er bereits 1979 in Santiago de Chile beim Fasten. Anschließend verbrachte er viele Jahre als Wanderprediger, bevor er sich in Neu-Jerusaelm, außerhalb von Brasilia niederließ. Die meisten der zwölf Jünger*innen, die in seiner Anlage leben, sind Frauen. Obwohl der 69-jährige Heilsbringer und seine Anhänger ein zurückgezogenes Leben führen, sind sie sehr beschäftigt damit, seine Lehren auf der ganzen Welt zu verbreiten, indem sie das Internet, YouTube, Musikvideos und Liveübertragungen von Predigten nutzen.

Porträt von INRI Cristo - Gesicht und auf einem Elektrofahrrad

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Obwohl INRI nur noch selten die Anlage verlässt, fährt er doch oft mit seinem Elektro-Fahrrad, genannt "der moderne Esel" auf dem Gelände umher.

Cristo auf einem Podest vor einem Kleinbus.

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

INRI spendet Segen beim Nationalkongress in der Innenstadt von Brasilia.

Ein Mann in der Tür, Moses, beobachtet einige betende Menschen

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Südafrika, Kwa Zulu Natal, 2016: Moses beobachtet seine Jünger*innen beim Anbeten. Moses Hlongwane ist bei seinen rund 30 Anhängern in Südafrika bekannt als König der Könige, Herr der Herren oder einfach: Jesus. Gott teilte Moses erstmals 1992 in einem Traum mit, dass er der Messias sei. Zu dieser Zeit arbeitete Moses als kleiner Schmuckhändler. Seitdem hat er zu einer Vielzahl an Menschen in der Provinz Kwa Zulu Natal gepredigt. Später dehnte er seine Mission nach Johannesburg und weitere Großtädte aus. Jetzt lebt Moses mit seinen engsten Jünger*innen in seinem Heimatdorf Eshowe, außerhalb von Durban. Nach Moses' Lehren ist der Tag des Jüngsten Gerichts sehr nahe. Der Weg dorthin war lang und dramatisch: Moses höchstselbst bekämpfte den Teufel viele Jahre lang. Das daraus resultierende Jüngste Gericht wird unter anderem auch durch den erfolgreichen Abschluss von Moses' Suche nach einer Ehefrau ausgelöst.

Moses mit Sonnenbrille und einer Stoffkrone über der Baseballkappe

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Moses begreift sich als Messias von Südafrika.

Hochzeitspaar umringt von Menschen

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Moses und Angel gehen gemeinsam zum Hochzeitsaltar. Nach ihrer Lehre ist dieser Tag der Hochzeit der Beginn des Jüngsten Gerichts. Im Vorfeld der Hochzeit empfing Angel eine Offenbarung Gottes mit genauen Anweisungen für die Hochzeitskleidung. So trägt Moses auch ein Küchenmesser mit sich, das für die Bibelstelle aus Hebräer 4,12 steht: "Das Wort Gottes ist lebendig und mächtig und schärfer als ein zweischneidiges Schwert."

Zwei Menschen stehen mit ausgebreiteten Armen auf einer Anhöhe.

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Großbritannien, Saltburn, 2015: David Shayler meditiert. David Shayler Christus wurde am 24. Dezember 1965 in Middlesborough, einer Industriestadt in Nordostengland geboren. Als früherer MI5-Agent machte er 1996 Korruption und Inkompetenz beim britischen Geheimdienst öffentlich. Seitdem bekämpfte er die Goliaths aus Justiz und Establishment. Die Offenbarung, Jesus Christus zu sein, hatte er 2007. Seitdem ist er in seiner Mission unterwegs, Menschlichkeit, christliches Bewusstsein, bedingungslose Liebe und die Vormacht des Gesetz Gottes über die menschliche Gesetzgebung zu lehren.

David Shyaler mit vom Wind verwehten Haaren

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

David Shayler auf seiner Mission in Dartmoor.

Transvestit spricht vor behelfsmäßiger Bühne zu einigen Menschen auf einer Wiese.

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Dolores, David Shyalers weibliche Transvestitenpersönlichkeit, spricht zur Menge. Der Apostel Paulus schreibt, dass es weder Mann noch Frau gibt, sondern dass in Jesus Christus alle eins sind. Der Messias von heute hat ein Alter Ego namens Dolores Kane, die die femininen Anteile der Gottheit verkörpert. So wie Jesus von Nazareth bewegen sich David und Dolores in Kreisen außerhalb des gesellschaftlichen Establishments.

Menschenmenge vor einem Hang mit einem Holzthron im Schnee

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Russland, auf dem Gebiet von Krasnoyarsk, 2015: Auf dem Höhepunkt der Weihnachts-Wallfahrt kommt Vissario heraus, um seine Herde zu grüßen. Die Priester und der Chor stehen auf einem Felsvorsprung oberhalb der Laien, während Vissarion selbst auf seinem hölzernen Thron sitzt, zu seinen Anhängern spricht und sie segnet. Für die Vissarioniten ist Weihnachten am 14. Januar, dem Geburtstag von Vissarion. 1988 verlor der als Segei Torop geborene seinen Job als Verkehrspolizist in der sibirischen Stadt Minusinsk. Wenig später, gerade als die Sowjetunion zusammenbrach, hatte er seine ersten Offenbarungen, dass er Jesus Christus ist. Er gründete die Kirche des Letzten Testaments in den frühen Neunzigern. Die Menschen strömten aus allen Ecken des russischen Reichs zu ihm und gründeten ein autarkes utopisches Öko-Dorf in der sibirischen Wildnis, die "Bleibe der Morgenröte". Die Gemeinschaft zählt mittlerweile rund 5.000 hingebungsvolle Anhänger. Sie haben ihre eigenen Schulen und KIrchen gebaut, eine Priesterschaft und ihre eigene Sozialstruktur aufgebaut.

Weiß gekleideter mann sitzt vor einer Wand mit Bildern.

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Fotografien von Vissarion hängen rund um ein Gemälde des biblischen Jesus von Nazareth verteilt. Vissarions rechte Hand, Vadim, ist immer in seiner Nähe und und hält alle Taten und Verkündigungen Vissarions fest. Die so entstehenden Chroniken werden fortlaufend auf Russisch in dicken Wälzern veröffentlicht, die "Pozledniy Zavet" genannt werden, "Das Letzte Testament". Mittlerweile ist man bei Folge 16 angelangt.

Menschen an einer langen gedeckten Tafel

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Jünger von Vissarion bei einem gemeinschaftlichen MIttagessen auf einer Weihnachts-Wallfahrt.

Alter Mann in Anzug steht auf einem Kleinbus vor Hochhäusern

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Japan, Tokio, 2016: Jesus Matayoshi hält eine Wahlrede auf dem Dach seines Wahlkampffahrzeugs. Jesus Matayoshi wurde 1944 in Okinawa gboren. 1997 gründete er die Weltwirtschafts-Gemeinschaftspartei, deren Programm auf Matayoshis Identität als wiedergeborenem Jesus Christus gründet. Matayoshis, auch bekannt als "der einzige Gott" wird das Weltende und Gottes Reich mittels demokratisch-politischer Entwicklungen herbeiführen. Er war Kandidat in den meisten japanischen Wahlen in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Laut Wahlkampfmaterialien wird er zuerst japanischer Premierminister werden und die japanische Gesellschaft reformieren. Der nächste Schritt ist das Angebot, den Posten des UN-Generalsekretärs zu übernehmen. Aus dieser Position heraus wird er über die ganze Welt herrschen und Gottes Gesetz installieren.

Matayoshi spricht unter einem Regenschirm in einMikrofon und mit zwei Männern

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Jesus Matayoshi spricht zu seinen Anhängern im Wahlkampf. Zuletzt, im Juli 2016, hatte sich Jesus Matayoshi um einen Sitz aus Tokio im Oberhaus des Rates im im japanischen Parlament beworben. Matayoshi ist berühmt für seinen energischen Wahlkampf, bei dem er seine Gegner oft anweist, Selbstmord zu begehen und Sündern mit dem Höllenfeuer droht. Weil die 6.114 Stimmen, die er bekam, diesmal wieder nicht ausreichten, um einen Sitz zu bekommen, gelobt Matayoshi, weiterzumachen.

Matayoshi auf dem Dach seines Wagens hinter einer vorbeieilenden Menschenmenge.

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Nicht immer interessieren sich die vorbeieilenden Menschen für das, was Jesus Matayoshi von seinem Fahrzeug herab predigt.

Weiß gekleideter Mann umgeben von anderen Erwachsenen an einem Tisch

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Sambia, Kitwe, 2016: Jesus von Nazareth war Zimmermann von Beruf. Bei seiner Rückkehr zweitausend jahre später betreibt er zwei illegale Taxen in Kitwe in Sambia. Geboren als Bupete Chibwe Chishimba, änderte sich sein Leben grundlegend, als er im Alter von 24 die Offenbarung von Gott erhielt, dass er die Wiedergeburt Jesu sei. Heute ist er 43, verheiratet und hat fünf Kinder. Wenn er nicht gerade ein Taxi steuert, verbringt Jesus seine Zeit damit, seine Botschaft zu verbreiten und die Welt auf das Königreich Gottes vorzubereiten. Seine zwei engsten Schüler, Chibwe und Nkumbusko, haben ihre Frauen und Kinder verlassen, um Jesus zu helfen, in Vollzeit. Zusammen besuchen sie die Märkte und Townships in der Umgebung von Kitwe, um dort die Ankunft des Messias zu predigen und den Menschen die Möglichkeit zu geben, Buße zu tun. Jesus hört auch auf die Namen "Grund-Fels der Welt", "Herr Vertrauensvoll" und "Herr Wort Gottes".

Porträt von Chishimba in rotem Licht.

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Bupete Chibwe Chishimba ist bekannt als "Jesus von Kitwe".

Chishimba legt Mann dieHändeauf die Schultern, umgeben von einer Menschenmenge.

Foto: Jonas Bendiksen / Magnum Photos

Wenn Jesus von Kitwe auf die Straße geht, um sein Evangelium auf den Märkten zu verkünden, sammeln sich oft große Menschenmengen um ihn herum. Einige wollen gesegnet werden, andere stellen Fragen, wieder andere verspotten ihn.

Porträt des Fotografen und Abbildung des Buchs "Das letzte Testament"

© Arnfinn Johnsen/ Verlag Aperture

Der Fotograf: Jonas Bendiksen, geboren 1977 in Norwegen, begann seine Karriere mit 19 im Londoner "Magnum"-Büro, bevor er nach Russland ging, um dort als Fotojournalist zu arbeiten. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht und diverse Auszeichnungen erhalten, u. a.
den "2003 Infinity Award from the International Center of Photography, New York" und den zweiten Platz beim Wettbewerb "Daily Life Stories for World Press Photo", sowie den ersten Platz bei den "Pictures of the Year International Awards". Er arbeitet unter anderem für National Geographic, Geo, Newsweek, the Independent on Sunday Review, the Sunday Times Magazine, the Telegraph Magazine, and the Rockefeller Foundation.

Alle Bilder hier stammen aus seinem Buch "The Last Testament", Aperture Foundation/ GOST, New York 2017.

Es gibt immer wieder Menschen, die fest davon überzeugt sind, Jesus Christus zu sein. Und andere Menschen, die das auch glauben. Und welche, die an den jeweiligen Jesus glauben. In allen Teilen der Welt. Der Fotograf Jonas Bendiksen hat einige von ihnen mit der Kamera begleitet.