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Kein Tropfen Regen

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Kein Tropfen Regen
Die katastrophale Dürre in Somalia und Somaliland in Bildern
Mann mit Bohnensack auf dem Rücken

Christoph Gödan

Mann mit Bohnensack auf dem Rücken

Christoph Gödan

In den Bergen der Provinz Togdheer nahe Dawdama treffen wir auf Bashir Mohamad Ali. Er ist in der Mittagshitze unterwegs, auf seinem sechs Kilometer langen Heimweg. Dabei hat er einen Sack Bohnen. Sie dienen für die kommenden Tage dem Überleben seiner Ziegen - und von ihm, seiner Frau und seinen sechs Kindern. Die Ziegen sind die Lebensversichrung seiner Familie. Ohne sie würde die Familie womöglich verhungern.

Mann mit Hacke über den Schultern

Christoph Gödan

Der Farmer Abdikadir kann sich glücklich schätzen. Er arbeitet auf einer Plantage bei Daarbuduq nahe der Road Number One, wo in kleinen Mengen Datteln, Orangen und Mangos angebaut werden. Ausländische Hilfsorganisationen gehen schon seit langer Zeit dazu über, bereits bestehende Initiativen mit einem nachhaltigen Landmanagement zu unterstützen, deren Leistungsfähigkeit zu steigern und dabei auch die bereits bestehenden dörflichen Strukturen zu berücksichtigen.

Langgestreckte Wolke über tafelartigem Berg

Christoph Gödan

Somalilands Norden liegt am Golf von Aden. Die heissen und trockenen Lufmassen, die als Nordostpassat von der Arabischen Halbinsel auf die Küstenregion einströmen, kühlen an Berghängen ab und erzeugen stehende Wolken. Ein seltenes und irgendiwe auch absurdes Schauspiel: Trotz starker Winde bewegt sich die Wolke nicht vom Fleck und wird zum Spiegelbild des Berges.

Arbeiter schütten Sack mit trockener Erde aus.

Christoph Gödan

Die unerbittliche und in manchen Landesteilen schon Jahre anhaltende Dürre zwingt die Einwohner nun zu einer Maßnahme, die in den letzten Jahren immer häufiger wird: Das Anlegen von Kanälen und Wasserreservoirs. Dahinter steht natürlich die Hoffnung auf Regen, die oft vergeblich ist. Doch die Männer aus dem Ort Arabsiyo sehen positiv in die Zukunft.

Männer und Frauen mit Schaufeln und Schubkarren

Christoph Gödan

In Habasweiine wird mit der Unterstützung einer deutschen Hilfsorganisation ein großes Wasserreservoir angelegt. In diesem und anderen Dörfern in der Region um Oodweyne, wo die die Dürre besonders gnadenlos ist, wird ein "Cash for Work"-Programm durchgeführt. Die Anwohner werden dazu angehalten, das Reservoir gegen Bezahlung selbst anzulegen. Andere Möglichkeiten des Gelderwerbs sind in dieser Gegend nicht vorhanden.

Frau, die mit einer Schaufel gräbt.

Christoph Gödan

In wochenlanger Arbeit haben die Menschen aus Habasweiine das riesige Auffangbecken ausgehoben - nur mit Schaufeln. Unter ihnen Männer und Frauen jeden Alters.

Mann mit Kindern und Herde in der Nähe von Tierskeletten

Christoph Gödan

Dieser Mann ist mit seinen beiden Kindern auf dem Heimweg aus dem ausgetrockneten Flussbett bei Oodweyne, wo er aus einem tiefen Brunnen Wasser für die kommenden Tage abgefüllt und seine Tiere getränkt hat. Noch zwei Stunden wird er unterwegs sein. Er erzählt uns, dass die Kanister in zwei Tagen leer sein werden. Die vierstündige Wanderung ist Alltag für ihn. Verdurstete Tiere, insbesondere Ziegen und Kamele, sind in allen Landesteilen ein gewohnter Anblick. Unter den Tieren findet ein für viele Kleinbauern, Nomaden und Händler katastrophales Massensterben statt, das in der Hauptsache der Dürre geschuldet ist. Doch als unmittelbare Folge grassieren auch ansteckende Seuchen, insbesondere unter den Ziegen.

Mit Wasser gefüllter, gelber Kanister

Christoph Gödan

Oodweyne ist in der Provinz Togdheer ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Der Ort ist zwar nur eine kleine Ansiedlung, doch er liegt an einem ausgetrockneten Flussbett, das in der ganzen Umgebung der einzige Garant für Trinkwasser ist.

Tierherde

Christoph Gödan

Das Gebiet um Oodweyne ist extrem von der Dürre betroffen. Einwohner erzählen, dass hier seit mehr als drei Jahren kein Regentropfen mehr gefallen ist. Da wundert es nicht, dass Brunnen nun 40 bis 50 Meter tief gegraben werden müssen, um an das Grundwasser zu gelangen. Vor einigen Jahren war diese Tiefe noch unvorstellbar.

Kind mit Kanister

Christoph Gödan

Kinder müssen beim Wasserholen helfen. Oft sind sie sogar die Einzigen, die die Familie mit Wasser versorgen. Meist sind es die Mädchen, die in dieser Verantwortung stehen. In den ländlichen Regionen Somalilands ist der Schulbesuch der Kinder häufig nicht vorgesehen, da es kaum Bildungs-Infrastruktur gibt, die für eine Mindestversorgung an nahgelegenen Schulen sorgen würde. In Somaliland gehen nur etwa 30 Prozent der schulpflichtigen Kinder auch zur Schule. Und nur ein Drittel hiervon sind Mädchen.

Zige mit Nummer auf dem Fell vor Müllberg

Christoph Gödan

In Burao findet täglich einer der größten Viehmärkte Somalilands statt. Hier wechseln vor allem Ziegen und Kamele den Besitzer. Doch der Tierhandel, der sowohl für den größten Binnenumsatz sorgt, als auch das wichtigste Exportgut der Teilrepublik Somaliland ist, erfährt aktuell den umfangreichsten Einbruch in der Geschichte. Die Dürre und die politischen Auseinandersetzungen mit Somalia sind die Hauptgründe für diese existentielle Krise. Somalia verweigert den Export und Handel von Tieren über den Hafen von Berbera in Somaliland, weil der "Mutterstaat" bisher die Loslösung der Teilrepublik nicht akzeptiert. Immer wieder kommt es in den Grenzgebieten von Sool und Sanaag zwischen Clans und Regierungstruppen zu Gefechten. Je nach politischer Situation wird der Exportstop der wichtigsten Nutztiere aus Somalia schon seit Jahren als politisches Druckmittel eingesetzt.

Menschen mit Zelten im Flüchtlingslager

Christoph Gödan

Einigermaßen verlässliche Zahlen zu den Binnenflüchtlingen in Somalia beziehen sich immer auch auf Somaliland, das vergleichsweise stabiler in allen Bereichen der Gesellschaft ist. Auch die UNO kann nur Schätzungen äußern. Demnach soll es in beiden Ländern seit 2011 mehr als eine Million Binnenflüchtlingen geben, die meisten davon in Somalia. In ländlichen Regionen leben die Menschen in Notunterkünften wie dieser bei Bali Cigaal im Süden Somalilands, nahe der äthiopischen Grenze. Hier gibt es keine ärztliche Versorgung. Einmal am Tag kommt ein Tankwagen vorbei, um die fast 400 Geflüchteten mit Wasser zu versorgen.

Frau in trockener Steppe vor Baum

Christoph Gödan

Zwischen Burao und Sheik treffen wir auf diese alte Frau. Menschliche Ansiedlungen sind in weiter Ferne, sagt unser Fahrer. Ihre kleine Ziegenherde habe sie verloren, die Tiere seien in der Nacht davongelaufen, erzählt sie. Nur zwei davon habe sie wiedergefunden. Wir möchten sie in ihr Dorf zurückbringen, doch das ist nur zu Fuß zu erreichen, es liegt hinter einem Bergrücken. Was wir ihr geben - etwas Geld, Essen und Getränke - wird, wie bei so vielen, diesen existentiellen Verlust nicht aufwiegen.

Der Ökumenische Rat der Kirchen, die Gesamtafrikanische Kirchenkonferenz und weitere kirchliche Partner und Netzwerke rufen zu einem weltweiten Gebetstag für ein Ende der Hungersnot am 21. Mai 2017 auf. Ein Beispiel für die schlimme Situation: In weiten Gebieten Somalilands und Somalia hat es seit drei bis vier Jahren nicht mehr geregnet, in einigen schon seit zehn, sagen die Einwohner. Die Dürre wächst sich zu einer Katastrophe aus, die Hungersnot breitet sich aus. Der Fotograf Christoph Gödan hat die Region bereist und die Eindrücke in aufrüttelnden Bildern festgehalten.

Wer mit Geldspenden helfen möchte, kann dies unter anderem über die Diakonie Katastrophenhilfe tun: Spendenportal der Diakonie Katastrophenhilfe

Christoph Gödan