Menschen, die Frieden suchen und ihm nachjagen

Berthold Keunecke

© Matthias Jung

Am Anfang war die Angst vor einem Atomkrieg. Berthold Keunecke engagiert sich seit 1980 in der christlichen Friedensbewegung. Es war die Zeit des Wettrüstens. Mit der Friedensgruppe seiner Kirchengemeinde demonstrierte er gegen Mittelstreckenraketen in Europa. Als Keunecke den Kriegsdienst verweigerte, setzte er sich intensiv mit der Frage von Krieg und Frieden auseinander. "Ich habe mich mit gewaltfreien Alternativen beschäftigt und sie in vielen Aktionen praktiziert", erzählt der heutige Pfarrer der evangelischen Emmausgemeinde in Herford. "Die Erfahrung, gewaltfrei Druck ausüben zu können, stärkte mich." Sein schönstes Erfolgserlebnis: Die musikalische Besetzung des Bombenabwurfplatzes bei Wittstock mit der Chor- und Orchestergruppe "Lebenslaute". Bald darauf, 2011, wurde der Truppenübungsplatz der Bundeswehr geschlossen. "Die größte Herausforderung sehe ich in einem gesamtgesellschaftlichen Umdenken", sagt Keunecke. Die herrschende Kriegslogik, die von Angst und Abwehrdenken bestimmt ist, muss ersetzt werden. Und zwar durch einen friedenslogischen Politikstil, der auf vertrauensbildende Maßnahmen und Zusammenarbeit setzt.

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"Ein friedenslogischer Politikstil muss die herrschende Kriegslogik ersetzen"

Am Anfang war die Angst vor einem Atomkrieg. Berthold Keunecke engagiert sich seit 1980 in der christlichen Friedensbewegung. Es war die Zeit des Wettrüstens. Mit der Friedensgruppe seiner Kirchengemeinde demonstrierte er gegen Mittelstreckenraketen in Europa. Als Keunecke den Kriegsdienst verweigerte, setzte er sich intensiv mit der Frage von Krieg und Frieden auseinander. "Ich habe mich mit gewaltfreien Alternativen beschäftigt und sie in vielen Aktionen praktiziert", erzählt der heutige Pfarrer der evangelischen Emmausgemeinde in Herford. "Die Erfahrung, gewaltfrei Druck ausüben zu können, stärkte mich." Sein schönstes Erfolgserlebnis: Die musikalische Besetzung des Bombenabwurfplatzes bei Wittstock mit der Chor- und Orchestergruppe "Lebenslaute". Bald darauf, 2011, wurde der Truppenübungsplatz der Bundeswehr geschlossen. "Die größte Herausforderung sehe ich in einem gesamtgesellschaftlichen Umdenken", sagt Keunecke. Die herrschende Kriegslogik, die von Angst und Abwehrdenken bestimmt ist, muss ersetzt werden. Und zwar durch einen friedenslogischen Politikstil, der auf vertrauensbildende Maßnahmen und Zusammenarbeit setzt.

Matthias Jung
Timon Müller
Anika Kempf

Krieg und Frieden

Krieg gegen den Terror, Drogenkrieg, Drohnenkrieg. Die Welt ist voll davon. Stell dir vor, es ist Frieden und alle wollen dorthin. Seit dem Zweiten Weltkrieg waren nicht mehr so viele Menschen auf der Flucht vor Tod und Zerstörung.
Menschen, die Frieden suchen und ihm nachjagen

Warum mir das 2019 wichtig war - Anika Kempf, Foto-Redakteurin bei evangelisch.de: Diese Fotogalerie ist ein "Best of 2019", da der Fotograf Matthias Jung über einen langen Zeitraum charismatische Portraits von mehreren Friedensaktivisten gemacht hat. Diese geben eine Bandbreite wieder: von "Spontis", die sich seit Beginn der Friedensbewegung engagieren bis zu jungen Friedensaktivisten. So hatte er die die Vielfalt der Friedensbewegung eingefangen. Die großformatigen Fotos und dazugehörigen Texte, die zusätzlich auf der Synode der EKD in Dresden in einer Onlineausstellung zu sehen waren, riefen ein lebendiges Echo hervor und rückten das Thema Frieden in den Alltag.

Dieser Beitrag wurde bereits am 1.11.2019 veröffentlicht.

Für diese Menschen ist die Jahreslosung 2019 ein Lebensmotto: "Suche Frieden und jage ihm nach"  (Psalm 34,15). Fotograf Matthias Jung hat Frauen und Männer getroffen, die auf eine friedlichere Welt hinwirken. Ob bei einem Studientag der "Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden". Oder beim kirchlichen Aktionstag in Büchel, wo der friedliche Protest gegen Atomwaffen mit dem Aachener Friedenspreis 2019 gewürdigt wurde. Fest zum Internationalen Friedenstag am 20. September beim Friesdensdienst Eirene in Neuwied, deren Mitarbeiter Freiwilligendienste in alle Welt vermitteln. Was bewegt Christinnen und Christen, die sich in der Friedensarbeit engagieren? Was motiviert sie? Wo sehen sie die größten Herausforderungen? In einer Galerie stellen wir Menschen vor, die sich unermüdlich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Frieden war auch das Schwerpunktthema der EKD-Synode im November 2019 in Dresden.