Imkern ist das neue Golf

Imkern ist das neue Golf

Oder das neue Fußball. Oder Pferderennen. Oder Gärtnern. Jedenfalls: Das Halten von Bienen zwecks Honigproduktion hat sich in den letzten Jahren in die Liste der beliebtesten Hobbys der Briten eingereiht. Allerorten werden auf der Insel Kurse angeboten, in denen man die Grundlagen der Hobbyimkerei erlernen kann, alle Buchläden bieten Fachliteratur zum Thema bee keeping an und in Gartenmagazinen werden regelmäßig Tipps rund um die Bienenhaltung gegeben. Egal ob in der Stadt oder auf dem Land, ob im eigenen Garten oder auf dem Firmendach - Imkern liegt voll im Trend.

Momentan sind allein in London 3337 Bienenkolonien offiziell registriert, mit steigender Tendenz. Doch was auf den ersten Blick wie eine erfreuliche Nachricht klingt - Bienengesumm überall, zur Freude der zu bestäubenden Pflanzen und der Honigleckermäuler - könnte für die Bienen im Desaster enden. Dann nämlich, wenn ihnen die Nahrung ausgeht, weil die Menge des zur Verfügung stehenden Nektars nicht im gleichen Maß zugenommen hat wie die Anzahl der Apiformes.

So beliebt ist Imkern als Freizeitbeschäftigung inzwischen, dass die London Beekeepers Association deshalb kürzlich vor einer drohenden Bienenüberbevölkerung warnte. Zu viele Bienen gebe es in London, vermutet die Imker-Vereinigung, die Völker fänden nicht mehr genügend Nahrung und müssten jämmerlich verhungern. Denn die Grünflächen in der Millionenstadt sind begrenzt, bepflanzte Vorgärten werden in Parkplätze verwandelt, Brachflächen mit Wildblumen darauf bebaut. Und so ist die Honigernte rückläufig, trotz der höheren Zahl an Bienenstöcken.

Firmen und Privatpersonen sind deshalb aufgerufen, lieber mehr Pollen produzierende Blumen und Bäume zu pflanzen als einen bee hive zu installieren. Wenn Sie also vorhaben, im nächsten Jahr ebenfalls Ihren eigenen Honig zu produzieren (beziehungsweise von Ihren Bienen produzieren zu lassen), denken Sie daran, dass diese auch Futter brauchen und vergessen Sie über dem neuen Hobby nicht das alte: das Gärtnern.
 

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