Unfall

<div class="field-zusatzinfo field-info-zusatzinfo-verwendung-1"><p><strong>Zugunglück in Eschede</strong></p>

<p>Vor 25 Jahren, am 3. Juni 1998, entgleiste der ICE 884 "Wilhelm Conrad Röntgen" auf seiner Fahrt von München nach Hamburg bei Tempo 200 an einer Weiche am südlichen Ortsrand von Eschede in Niedersachsen. Der Zug geriet ins Schlingern und prallte gegen eine Straßenbrücke. Die rund 200 Tonnen schwere Betonbrücke stürzte ein, dabei wurde der fünfte Waggon des Zuges halb zerquetscht. Die folgenden Waggons schoben sich dahinter zusammen.&nbsp;Ursache des Unglücks war ein durch Materialermüdung defekter gummigefederter Radreifen, der etwa sechs Kilometer vor Eschede brach.</p>

<p>Bei dem schwersten Zugunglück in der bundesdeutschen Geschichte starben 101 Menschen, mehr als 100 wurden verletzt. Rund 2.000 Helfer verschiedener Rettungsorganisationen bargen Verletzte und Tote. Notfallseelsorger standen Angehörigen, Überlebenden und Helfern bei.</p>

<p>Am 21. Juni 1998 fand in der Stadtkirche Celle die Trauerfeier für die Opfer der Katastrophe mit mehr als 2.000 Menschen statt, unter ihnen der damalige Bundespräsident Roman Herzog, der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und der damalige Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Gerhard Schröder (SPD). In Eschede erinnern heute Gedenktafeln und 101 Kirschbäume an den Bahngleisen an die Toten.</p>

<p>Zum 15. Jahrestag des Unglücks entschuldigte sich mit Rüdiger Grube erstmals ein Bahnvorstand bei den Opfern und Hinterbliebenen. Fünf Jahre später knüpfte der bis heute amtierende Bahnchef Richard Lutz daran an. "Zeit heilt nicht alle Wunden. Wir als Deutsche Bahn sind uns dessen bewusst", sagte er. Auch im Umgang mit Betroffenen habe es die Bahn lange an der notwendigen Sensibilität missen lassen.</p>

<p><strong>Buchinformation:</strong><br />
Udo Bauch, Schwerbehindert durch das Zuginferno von Eschede - Wie der ICE 884 mein Leben veränderte, Februar 2023, BoD - Books on Demand, Norderstedt</p>

<p>Udo Bauch, Zugunglück von Eschede überlebt, April 2003, Books on Demand, Norderstedt</p>

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