Einkauf

<p>Mitte der 1990er Jahre öffneten viele Sozialkaufhäuser in Deutschland und begannen damit, gebrauchte und oft gespendete Waren günstig zu verkaufen, zunächst vor allem Kleidung, Haushaltswaren und Möbel. Das wahrscheinlich älteste Projekt dieser Art - das "Icks Plus" in Wunstorf bei Hannover - nahm sogar schon 1985 seine Arbeit auf. Der Markt sei seit 2010 "massiv" gewachsen, sagt Ralf Hoburger, Professor für Sozialwirtschaft und Sozialmanagement. Träger seien meist Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege.</p>

<p>Die Wurzeln der Sozialkaufhäuser liegen vor allem in den Arbeitsloseninitiativen der späten 1970er Jahre. Bis heute geht es in den Projekten oft darum, Beschäftigung für Menschen zu schaffen, die erwerbslos sind und auf dem Arbeitsmarkt schlechte Chancen haben. Aber auch die diakonische sogenannte "Brocken-Sammlung" von Bethel, mit der nach Ende des Zweiten Weltkriegs Hilfssammlungen organisiert wurden, und die Stadtmissionen mit ihrem sozialen Engagement gegen Armut und Obdachlosigkeit sind Traditionslinien.</p>

<p>Mittlerweile will eine steigende Zahl von Sozialkaufhäusern mit einer wachsenden Angebotspalette vielfältige Käuferschichten ansprechen, denen Umwelt-Aspekte wie die Wiederverwendung von Gütern wichtig sind.</p>

<p><strong>Hildebert Ehrenfeld, "Second hand - sozial verkaufen (Sozialkaufhäuser). Empirische Studie: Struktur, Zielsetzungen, Marketing, Herausforderungen", CCE Publication Hildesheim 2013, 170 Seiten, 20 Euro. Bestellbar unter E-Mail hildebert.ehrenfeld[at]hawk.de</strong></p>