Aufstand

<div class="field-zusatzinfo field-info-zusatzinfo-verwendung-1"><p><strong>Stichwort: Aufstand im Warschauer Ghetto</strong></p>

<p>Mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto leisteten die jüdischen Bewohner während des Zweiten Weltkrieges Widerstand gegen die deutschen Besatzer. Der Aufstand begann am 19. April 1943, als die Nationalsozialisten die letzten Bewohner des abgeriegelten Stadtgebiets in Vernichtungslager deportieren wollten. Vier Wochen konnten sie den Widerstand aufrechterhalten, bevor die Nationalsozialisten das Ghetto vollständig zerstörten.</p>

<p>1940 hatten die deutschen Besatzer mitten in Warschau einen Wohnbezirk für polnische und aus Deutschland deportierte Juden errichtet. Der von einer hohen Mauer umgebene Bezirk - "Ghetto" genannt - war ein Sammellager für das nahe gelegene Vernichtungslager Treblinka und das Konzentrationslager Majdanek.</p>

<p>Die Lebensbedingungen im Ghetto waren menschenunwürdig. Viele Bewohner starben an Unterernährung und Krankheiten. Infolge der Deportationen verkleinerte die SS das Ghetto-Gelände zunehmend. Allein zwischen Juli und September 1942 wurden mehr als 240.000 Menschen deportiert.</p>

<p>Als sich am 19. April 1943 die Widerständler erhoben, umstellten deutsche Truppen das Ghetto. In den ersten Tagen konnten die insgesamt etwa 750 jüdischen Kombattanten die Einheiten der SS, Polizei und Wehrmacht aufhalten. Wegen der Bombardierung des Viertels mussten sich die Kämpfer in sogenannte Bunker zurückziehen, wo viele von ihnen starben. Nur wenigen gelang die Flucht. Der ehemalige Ghetto-Bezirk wurde dem Erdboden gleichgemacht, die Häuser gesprengt. Am 16. Mai 1943 galt der Aufstand endgültig als niedergeschlagen. Insgesamt kamen mehr als 56.000 Juden während des Aufstandes ums Leben.</p>

<p>An den Aufstand im Warschauer Ghetto erinnert heute das "Denkmal der Helden des Ghettos". 1970 kniete sich der damalige Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) bei einem Besuch in Warschauer vor dem Mahnmal nieder. Die Bilder gingen um die Welt. Der Kniefall gilt heute als wichtige Geste auf dem Weg der Versöhnung zwischen Deutschland und Polen.</p>

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