Direkt zum Inhalt
Glaube und Theologie
Hallo Frau Scholl,
ich habe mein Leben lang nicht an Gott geglaubt. Seit Dezember letzten Jahres habe ich aber eine Art Glaube entwickelt. Ich glaube weiterhin nicht an den Gott, wie er in der Bibel steht; dass ein Wesen alles erschaffen hat und über uns richtet. Ich bin immer noch naturwissenschaftlich geprägt und glaube an die Evolution und die Kraft der Natur. Dennoch hat mich eine schwere Krankheit meiner Mutter dazu gebracht, eine Art Glaube zu entwickeln.
Ich weiß immer noch nicht recht, wie ich es für mich definieren soll. Ich spreche jeden Tag ein Gebet und als "Platzhalter", wenn ich es mal so nennen darf, sage ich auch anfangs immer "Lieber Gott...". Ich wünsche mir, dass meine Mutter die Krankheit überwindet und "Gott" zusammen mit meiner Oma und meinem Opa und unseren Schutzengeln auf sie aufpassen.
Wenn ich meine Oma auf dem Friedhof besuche, bin ich ihr immer ganz nah, der Friedhof erdet mich regelrecht. Ich bin gerne dort. Zusammengefasst glaube ich nicht an Gott, habe mit der Bibel nichts zu tun, habe aber nun irgendeine Art Glaube für mich entwickelt. Auch dahingehend, dass ich mir wünsche, dass ich meine Lieben alle nach dem Tod wiedersehe. Ich bin sehr verwirrt, weil die Natur für mich das einzig Wahre ist, ich aber dennoch irgendwie über Geister, Schutzengel und Wiedersehen nach dem Tod nachdenke.
Grüße
Dominik