Beten

Es ist ganz gleich, ob man sich mit dem Vaterunser oder mit seinen ganz eigenen Worten im Gebet an Gott wendet – Beten tut in jedem Fall gut. Dank für das Gute, Bitte um Beistand, Hoffnung und selbst Verzweiflung können Christinnen und Christen direkt zu Gott bringen. Mehr Gedanken und Anregungen zum Gebet finden Sie auf dieser Seite.
Guten Tag, Herr Muchlinsky,

 

seit ich klein war, habe ich mich nie in der klassischen Bet-Form wieder gefunden. Natürlich kenne und spreche ich das "Vater-Unser" aber ich hatte nie das Gefühl in diesem Moment mit Gott zu sprechen. Das war immer nur, wie soll ich sagen, fast wie eine Floskel wenn es im Gottesdienst gesprochen wurde. Man tat es eben einfach. Ich hatte dabei aber nie das Gefühl, für mich selber eine Verbindung zu Gott aufzubauen, sondern im Höchstfall nur für die Kirchengemeinde. Als junge Erwachsene war ich sogar lange der Meinung nicht beten zu können und zweifelte sogar an meinem Glauben. Bis mir etliche Jahre später auffiel das ich ja doch in gewisser weise bete.

Ich halte mich dann nicht an vorgefertigte Worte. Es ist als ob ich ein Gespräch beginne. Oft merke ich, dass ich das mittlerweile ganz automatisch mache. In Gedanken erzähle ich Gott alles, was mich freut oder bedrückt. Ob ich mich freue oder tieftraurig bin. Ich bitte ihn dann z.B. darum, dass ich mehr Einsicht oder Geduld habe. Bedanke mich bei ihm oder schimpfe auch mal wüst.
Was einen eben gerade bewegt. Allerdings frage ich mich ob diese Art des "Zwiegesprächs" denn unter Gläubigen üblich ist. Mir wurde immer nur die "klassische" Form des Betens vorgelebt.
Aber wie soll ich mich denn in vorgefertigten Texten wiederfinden die in diesem Moment rein gar nichts mit meiner Lebenssituation zu tun haben?

Mein Partner ist katholisch, daher war ich auch schon dabei, wenn ein Rosenkranz gebetet wurde. Ganz ehrlich, diese Form schreckt mich regelrecht ab. Ich weiß nicht warum, ich kann nur sagen, dass ich hinter diesen ständigen Wiederholungen keinen Sinn für mich sehe. Er dagegen geht voll darin auf.
Gibt es denn nur eine Form des "richtigen" Betens oder ist beten, ebenso vielfältig wie es Religionen auf der Welt gibt. Und was gilt für uns evangelische Christen?

Schönen Sonntag noch und viele Grüße
Daniela V.