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Trauerbewältigung
Was tun, wenn die Welt aus den Fugen gerät?
Sie befassen sich als Trauerbegleiter intensiv mit dem Leid eines jeden, und ich glaube, dass Sie bei jedem Einzelnen genau da sind, wo er oder sie gerade ist. Ist das der Schlüssel, jedem helfen zu können?
Martin Klumpp: Bei den Gesprächen braucht es Demut und Geduld. Es geht in erster Linie darum, zuzuhören. Und zu signalisieren: Du kannst bei mir dein Herz öffnen, ohne dass du beurteilt wirst. Alle Gefühle sind erlaubt. Demut bedeutet auch Mut, da zu sein und dazubleiben, auch wenn ich gar nichts machen kann, wenn ich also warten muss. Es geht zunächst nicht um das Helfen, sondern um das, was in den Betroffenen vorgeht, was sich in ihnen trotz allem Schmerz verändert. Auf diese Weise bin ich ein Katalysator für einen psychischen Prozess. Gefühle ändern sich nur, wenn sie gefühlt und zugelassen werden. Nur so kann Trauer leichter werden.