Homo-Ehe in Kalifornien geht wieder vor Gericht

Homo-Ehe in Kalifornien geht wieder vor Gericht
Es ist eine unendliche Geschichte, ein ewiges Hin und Her: Erst legalisierten kalifornische Richter die Ehe zwischen Mann und Mann (und Frau und Frau), dann kassierte ein Volksentscheid die Homo-Ehe wieder ein. Jetzt sind ein lesbisches und ein schwules Paar wieder vor Gericht gegangen - kein Wunder, hieß es doch damals, das Verbot sei verfassungswidrig. Beide Paare fordern gleiches Recht auf Heirat. Der Prozess könnte bis vor das höchste amerikanische Gericht gehen.

"Weil ich schwul bin, bin ich nicht weniger Amerikaner", sagte Paul Katami am Montag vor einem Bundesgericht in San Francisco. Zusammen mit seinem langjährigen Partner und einem lesbischen Paar hat er den Westküstenstaat verklagt, weil ihnen dort das Recht auf Eheschließung verweigert wird. Dies sei diskriminierend, verstoße gegen die Bürgerrechte und die verfassungsmäßig festgeschriebene Gleichbehandlung. Die Gegner argumentieren, die Ehe werde als Bindung zwischen Mann und Frau definiert und müsse als solche geschützt werden.

Sechs Monate lang war die Homo-Ehe in Kalifornien per Gerichtsbeschluss legal, nachdem die obersten Richter das bis dahin geltende Verbot für verfassungswidrig erklärt hatten. 18.000 Ehen wurden 2008 geschlossen, bis sich die Wähler in dem Bundesstaat in einem Referendum mit knapper Mehrheit erneut gegen die gleichgeschlechtliche Ehe aussprachen. Der wieder entbrannte Gerichtsstreit in Kalifornien könnte sich über mehrere Wochen hinziehen und am Ende möglicherweise vor dem Obersten Gericht in Washington enden.

Homo-Ehen-Gegner verhindern Fernsehübertragung

Nur wenige Stunden vor Prozessbeginn hatten die Obersten Richter eine geplante Fernsehübertragung im Internetportal YouTube auf Wunsch der Homo-Ehen-Gegner vorläufig gestoppt. Die Gruppe, die sich für den Schutz der traditionellen Ehe stark macht, befürchtet, dass ihre Zeugen bei Aussagen vor laufender Kamera in einem öffentlichen Forum möglicherweise belästigt oder eingeschüchtert werden könnten. Die Anhänger der Gruppe "Marriage Equality USA", Befürworter der Homo-Ehe, bemühen sich weiter um eine Fernsehübertragung. Sie hoffen, dass auf diese Weise ein größeres Publikum mehr über homosexuelle Partnerschaften und deren Ehewünsche erfährt.

In fünf US-Bundesstaaten, Connecticut, Massachusetts, Iowa, Maine und Vermont, dürfen Schwule und Lesben den Bund fürs Leben schließen. Rund 30 der 50 Bundesstaaten haben in ihren Verfassungen festgeschrieben, dass die Ehe ausschließlich eine Sache zwischen Mann und Frau ist. Allerdings haben in Kalifornien und einigen anderen Staaten zusammenlebende Homosexuelle ähnliche Rechte wie heterosexuelle Paare.

Im Mai 2008 hatten die obersten Richter in San Francisco schwulen und lesbischen Paaren zunächst grünes Licht zum Heiraten gegeben. Bei einem Referendum im November hatten 52 Prozent der Wähler dann gegen die Homo-Ehe gestimmt. Die rund 18 000 Ehen, die zwischen Mai und November 2008 geschlossen wurden, blieben aber gültig.

dpa