Ägypten: Polit-Satiriker bleibt vorerst stumm

Ägypten: Polit-Satiriker bleibt vorerst stumm
Die Meinungsfreiheit in Ägypten ist offenbar auch unter dem neu gewählten Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi erheblich eingeschränkt. Der bekannte ägyptische Polit-Satiriker Bassem Youssef schloss am Freitag eine Wiederaufnahme seiner bekannten Satire-Show "Al Bernameg" ("Das Programm") vorerst aus.

Der Druck auf ihn und sein Team wie auch auf den Sender sei zu groß geworden, sagte Youssef in der Akademie der Künste in Berlin. Er werde sich zunächst neuen Projekten widmen.

Im Mai war seine einmal in der Woche ausgestrahlte satirische Nachrichtensendung beim arabischen Erstausstrahler MBC Egypt wegen der Präsidentschaftswahlen kurzfristig abgesetzt worden. Die Deutsche Welle (DW) hatte sich die Zweitausstrahlungsrechte an der Sendung gesichert. Die Show wurde im TV-Programm der DW von Februar bis Anfang Mai freitags eine Stunde nach Erstausstrahlung gesendet.

Seit 2011 war der einstige Herzchirurg Youssef mit seinen unerschrockenen Beiträgen zu politischen Entwicklungen vom YouTube-Aktivisten zum TV-Star avanciert. Seine Sendung hatte regelmäßig hohe Einschaltquoten. "Ich werde von sehr vielen Menschen gehasst - und von allen gesehen", sagte er in Berlin.

Bassem Youssef wurde vom US-Magazin "Time" zu den Top 100 der einflussreichsten Menschen des Jahres 2013 gekürt worden. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, im vergangenen Jahr unter anderem mit dem International Press Freedom Award.

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