Evangelischer Militärbischof nicht prinzipiell gegen Kampfdrohnen

Evangelischer Militärbischof nicht prinzipiell gegen Kampfdrohnen
Der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann teilt die prinzipielle Kritik an einer Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr nicht. In einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) forderte er, auch den Schutz der Soldaten in den Blick zu nehmen. "Als Soldat würde ich erwarten, dass mein Dienstherr mir in lebensbedrohlichen Situationen größtmöglichen Schutz angedeihen lässt", sagte Dutzmann, der das Amt des Militärbischofs Mitte Juli abgibt.

Der scheidende Militärbischof forderte die Bundesregierung auf, die Risiken beim Einsatz von Kampfdrohnen möglichst genau zu beschreiben und genaue Einsatzregeln aufzustellen. Um Missbrauch vorzubeugen, sei eine ethische Schulung der Soldaten unabdingbar, sagte der Theologe. Hier sieht er auch eine Aufgabe für den Lebenskundlichen Unterricht der Militärseelsorger. Dutzmann ist seit 2013 Bevollmächtigter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Berlin und Brüssel.

Zugleich machte der Militärbischof aber völkerrechtliche Bedenken geltend: "Wenn eine Drohne weit entfernt vom Kriegsort abgefeuert wird, holt man sich den Krieg in das Land, aus dem die Drohne gesteuert wurde", sagte er. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte sich am Mittwoch für den Einsatz bewaffneter Kampfdrohnen in der Bundeswehr ausgesprochen. Die Linke und die Grünen haben sich prinzipiell gegen die Beschaffung solcher Waffen ausgesprochen.

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