Missbrauchsskandal erschüttert katholische Kirche in Mexiko

Missbrauchsskandal erschüttert katholische Kirche in Mexiko
Ein neuer Missbrauchsskandal erschüttert die katholische Kirche in Mexiko.

Gegen einen ehemaligen Priester wurde Haftbefehl wegen Verdachts der Pädophilie erlassen, wie die Tageszeitung "El Universal" am Freitag (Ortszeit) berichtete. Der Geistliche aus San Luis Potosí im Nordosten soll über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren rund 100 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben, wie der Opferanwalt Martín Faz Mora der Zeitung sagte. 19 Opfer erstatteten Anzeige.


Es könnte der erste Fall sein, in dem ein Priester in Mexiko wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wird. Der Beschuldigte ist allerdings flüchtig. Die mexikanische Staatsanwaltschaft hat Interpol um Unterstützung gebeten. Der Anwalt der Opfer und ein anderer Priester werfen der Kirche vor, bereits seit 1995 Kenntnis von den Vorwürfen gehabt zu haben. Auch der Vatikan sei informiert worden, habe aber ebenfalls nichts unternommen.

Die Erzdiözese widerspricht dieser Darstellung und gibt an, sofort nach Bekanntwerden der ersten Anschuldigungen mit den Ermittlungen begonnen und Anzeige gegen den beschuldigten Priester erstattet zu haben. Weder verstecke noch beschütze die Kirche in San Luis Potosí den ehemaligen Priester, betonte ein Sprecher der Erzdiözese. 2012 sei erstmals Anzeige erstattet worden. Zur gleichen Zeit habe der Vatikan den Priester aus dem kirchlichen Dienst entlassen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die katholische Kirche in Mexiko mit einem Missbrauchsskandal auseinandersetzen muss. Der Vatikan untersucht seit einiger Zeit Vorwürfe gegen den 2008 gestorbenen Priester Marcial Maciel, der den Orden der Legionäre Christi gegründet hatte. Der Orden hat den Kindesmissbrauch inzwischen eingeräumt, nachdem die Behauptungen lange abgestritten worden waren.

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