Keine Freiheit für Assange in Sicht

Foto: dpa/Facundo Arrizabalaga
Keine Freiheit für Assange in Sicht
Für Wikileaks-Gründer Julian Assange, der seit zwei Jahren in Ecuadors Botschaft in London ausharrt, ist weiter keine Freiheit in Sicht.

Die Lage sei aussichtslos, sagte der ecuadorianische Außenminister Ricardo Patiño am Donnerstag (Ortszeit) in Quito. Eine diplomatische Lösung mit Großbritannien, damit der Netz-Aktivist nach Ecuador einreisen könne, zeichne sich weiter nicht ab. Der per Videokonferenz zugeschaltete Assange sagte, die Umstände in der Botschaft seien zwar schwierig, aber besser als in einem echten Gefängnis. "Es wäre dumm, in dieser Situation mein Asyl aufzugeben."

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Vor zwei Jahren flüchtete Assange in die ecuadorianische Botschaft in London, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort werden ihm Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vorgeworfen. Assange fürchtet, von Schweden aus an die USA überstellt zu werden, wo ihm ein Strafprozess wegen Veröffentlichung geheimer Dokumente droht. Schweden habe bisher jeden an die USA ausgeliefert, sagte Assange.

Mit seiner Enthüllungsplattform Wikileaks hatte Assange 2010 für weltweites Aufsehen gesorgt. Auf der Plattform hatte er geheime Dokumente über den Afghanistan- und den Irak-Krieg sowie geheime Depeschen von US-Diplomaten veröffentlicht. 

Im August 2012 gewährte ihm Ecuador Asyl. Sein Schutz werde auch weiter garantiert, "so lange es nötig ist", betonte Außenminister Patiño. Nach Ecuador ausreisen kann Assange aber nicht. Sobald er britischen Boden betritt, wird er festgenommen. Die vor einem Jahr geplanten Beratungen zwischen Ecuador, Großbritannien und Schweden seien noch immer nicht zustande gekommen, kritisierte er.

In London wird die ecuadorianische Botschaft Tag und Nacht von britischen Polizisten überwacht, was Großbritannien bisher rund 7,5 Millionen Euro gekostet hat. Was Ecuador für den Schutz des Journalisten zahlt, wollte Patiño nicht sagen. Assange sagte, 59 internationale Organisationen hätten eine formelle Beschwerde bei den Vereinten Nationen eingereicht hätten.