Über zwei Millionen Menschen kaufen bei Tafeln

Über zwei Millionen Menschen kaufen bei Tafeln
In Deutschland holen sich mehr als zwei Millionen Menschen gespendete Lebensmittel an den Tafeln. Diese Schätzung teilte der Bundesverband deutscher Tafeln am Donnerstag in Wiesbaden mit, wo mehrere hundert ehrenamtliche Helfer zu ihrem 20. Bundestreffen zusammenkamen.

Dabei geht es vor allem um einen Erfahrungsaustausch und eine bessere Zusammenarbeit der bundesweit 900 Tafeln mit zusammen mehr als 3.000 Ausgabestellen.

Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Tafeln hat sich der Kreis der Klienten in letzter Zeit verändert. Neben den klassischen "Armen" kämen jetzt vermehrt auch Studenten und Flüchtlinge zu den Ausgabestellen. Den Angaben zufolge engagieren sich bundesweit fast 60.000 Menschen ehrenamtlich für die Tafeln und geben dort Essen für bedürftige Menschen aus.

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Die Spendenbereitschaft von Supermärkten, Lokalen und Firmen steige zwar, allerdings nicht im selben Maß wie die Nachfrage der Bedürftigen, teilte der Bundesverband mit. Die Armut sei in der reichen Bundesrepublik nach wie vor groß, wo pro Haushalt jährlich bis zu 80 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen würden.

Zu dem Treffen werden rund 1.000 Menschen erwartet. Die Mitgliederversammlung des Vereins steht am Freitag an. Als Höhepunkt des Bundestafeltreffens ist am Samstag in der Wiesbadener Innenstadt eine "Lange Tafel" mit einer Gulaschkanone geplant, zu der die Bürger aus Wiesbaden und Umgebung eingeladen sind. Erwartet wird dazu auch Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU).