Tierschützerin attackiert EKD-Agrarbeauftragten

Tierschützerin attackiert EKD-Agrarbeauftragten
Zu einer scharfen Kontroverse über den Tierschutz ist es zwischen dem Ratsbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für agrarsoziale Fragen, Clemens Dirscherl, und der Stiftung "Animals' Angels" gekommen. Die Stiftungsvorsitzende Christa Blanke wirft Dirscherl in einer Erklärung vor, die Tiere im Stich zu lassen, obwohl die Kirche ganz besonders für deren Schutz zuständig sei.

Dirscherl hatte in der vergangenen Woche Äußerungen der Tierrechtsbewegung als Problem für den Tierschutz bezeichnet. So weiche die Szene-Autorin Hilal Sezgin in ihrem kürzlich erschienenen Buch "Artgerecht ist nur die Freiheit" den realen Fragen der Tierethik aus. Sie pflege stattdessen einen "moralischen Rigorismus", warnte Dirscherl in Waldenburg in einem Sechs-Thesen-Papier zu dem Buch.

Kirchliche Sicht auf Tiere "ganz schwere Sünde"

Wer auf diese Weise eine agrarromantische Naturidylle pflege, verhindere die durchaus notwendige gesellschaftliche Auseinandersetzung für bessere Tierhaltungsformen. Statt pauschaler Ablehnung von Nutztierhaltung sei es vielmehr nötig, tierethisch verträgliche Lösungen für die reale "hochkomplexe Lebenswirklichkeit der Tierhaltung" zu finden, erklärte Dirscherl.

Blanke widerspricht in ihrer Erklärung. Die Lebenswirklichkeit vieler Schlachttiere sei "lebenslange Folter mit anschließender Exekution". Wer ein Tier oder einen Menschen quäle und umbringe, vermindere das Lob des Schöpfers. Der vegane Lebensstil sei die einzig mögliche Lebensweise, wenn die Erde noch eine Zukunft haben solle. Blanke schreibt über sich selbst, sie sei als ordinierte Pfarrerin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau aus der Kirche ausgetreten, weil sie die kirchliche Sicht auf Tiere für eine "ganz schwere Sünde" halte.

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