Papst ruft zum Frieden zwischen Israelis und Palästinensern auf

Papst ruft zum Frieden zwischen Israelis und Palästinensern auf
Papst Franziskus hat zur Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern aufgerufen. Alle Beteiligten müssten "Mut zum Frieden" aufbringen. Bei einem Besuch in Bethlehem prangerte er Krieg, Hunger und Ausbeutung an. Vor allem Kinder hätten weltweit darunter zu leiden.

Die Situation im Nahost-Konflikt werde immer unerträglicher, sagte der Papst am Sonntag auf der zweiten Station seiner Nahost-Reise in Bethlehem. Dort traf er mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas zusammen und feierte eine Messe vor der Geburtskirche.

In seiner Predigt wies das 77-jährige Oberhaupt der katholischen Kirche eindringlich auf das weltweite Leiden von Kindern hin. Verantwortlich dafür seien Hunger, Krieg und Ausbeutung. Viele Kinder lebten unter unmenschlichen Bedingungen an der Peripherie von Großstädten und in ländlichen Gebieten am Rande der Gesellschaft. Sie würden ausgebeutet, misshandelt, versklavt, zu Opfern von Gewalt und Menschenhandel gemacht. "Für all das schämen wir uns", sagte der Papst.

In einer Welt, die täglich "tonnenweise Nahrungsmittel und Medikamente wegwirft", litten viele Kinder an leicht zu heilenden Krankheiten, beklagte das Kirchenoberhaupt an dem Ort, an dem der biblischen Überlieferung zufolge Jesus Christus geboren wurde, und der heute zu den palästinensischen Autonomiegebieten gehört. "In einer Zeit, die den Schutz der Minderjährigen proklamiert, werden Waffen gehandelt, die in den Händen von Kindersoldaten landen, werden Produkte gehandelt, die von kleinen Sklavenarbeitern verpackt sind."

Jeder soll auf etwas verzichten

Bei einer Begegnung mit Palästinenserpräsident Abbas hatte Franziskus zuvor alle Beteiligten aufgefordert, "Mut zum Frieden" aufzubringen. Bei dem Treffen in Bethlehem bekannte er sich ausdrücklich zu einer Zwei-Staaten-Lösung für Israel und die Palästinenser. Ein solches Abkommen könne innerhalb international anerkannter Grenzen Sicherheit für alle garantieren, betonte der Papst am zweiten Tag seiner Pilgerreise.

Unter Anspielung auf den Ausbau israelischer Siedlungen in den Palästinensergebieten und den Granatenbeschuss Israels aus dem Gaza-Streifen ermahnte der Papst beide Seiten, Initiativen und Taten zu vermeiden, die eine Lösung des Konflikts verhindern. Für den Frieden sei es notwendig, "sich entschieden zu ihm auf den Weg zu machen, auch indem jeder auf etwas verzichtet".

Im Anschluss an die Messe wollte Franziskus ein Gebet an der Geburtsgrotte in Bethlehem sprechen. Für den Abend ist zur Erinnerung an das historische Treffen von Papst Paul VI. und dem Ökumenischen Patriarchen Athenagoras I. vor 50 Jahren in der Jerusalemer Grabeskirche eine Begegnung zwischen Franziskus und Athenagoras' Nachfolger Bartholomäus I. geplant. Für Montag stehen Begegnungen mit Regierungsvertretern und Religionsführern in Israel sowie ein Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem auf dem Programm.

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