NPD-Aufmarsch in Berlin blockiert

NPD-Aufmarsch in Berlin blockiert
Die Berliner NPD wollte mitten im multikulturellen Kreuzberg demonstrieren. Doch Tausende Menschen stellten und setzten sich den Rechtsextremen in den Weg.
Deutschland spricht 2019

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Berlin einen Aufmarsch der NPD blockiert. Nach Angaben des Bündnisses "Berlin Nazifrei" bildeten bis zu 6.000 Gegendemonstranten mehrere Sitzblockaden auf der geplanten Route der Rechtsextremen durch Berlin-Mitte und Kreuzberg. Die Polizei sprach von über 2.000 Gegendemonstranten, die etwa 100 Rechtsextremisten gegenüber gestanden hätten. Nach rund vier Stunden brachen die Neonazis ihre Demonstration ab und meldeten eine alternative Versammlung im Berliner Außenbezirk Köpenick an, wie ein Polizeisprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte.

Das Bündnis "Berlin Nazifrei" hatte zu friedlichen Blockaden der NPD-Demonstration aufgerufen, deren Route von Berlin-Mitte aus durch das multikulturelle Kreuzberg führen sollte. Nach Angaben des Polizeisprechers blieb es aber nicht nur friedlich: Mehrere Polizisten seien verletzt worden, zudem habe es eine versuchte Gefangenbefreiung gegeben. Die Polizei nahm Gegendemonstranten fest, unter anderen weil sie ein Toilettenhäuschen und Holzplatten in Brand gesetzt hatten.

Das Bündnis sprach nach Abbruch des NPD-Aufzuges von einem großen Erfolg. "Wir sind total überwältigt von diesem Enthusiasmus der Berliner, sich den Neonazis entgegenzustellen", sagte Sprecherin Katharina Roth dem epd. Kritik äußerte sie an der Polizei, die vereinzelt gegen Blockierer mit Pfefferspray vorgegangen sei. Obwohl die Rechtsextremen sehr aggressiv aufgetreten seien und wiederholt Gegendemonstranten und Journalisten angegriffen hätten, habe die Polizei versucht, ihnen eine Ausweichroute zu ermöglichen.

Das Bündnis "Berlin Nazifrei" ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von 20 Vereinen, Parteien und politischen Gruppierungen, darunter Antifa-Gruppen, die Linksjugend Solid, die Grüne Jugend und der Verein der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) sowie Gewerkschaftsgruppen.

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