Runder Tisch zu Arbeitsschutz in Textilbranche tagt am 30. April

Runder Tisch zu Arbeitsschutz in Textilbranche tagt am 30. April
Etwa ein Jahr nach dem Einsturz des Fabrikhochhauses mit mehr als 1.130 Toten in Bangladesch ruft Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) einen Runden Tisch zu Sozialstandards in der Textilindustrie ins Leben.

Zu den Beratungen am 30. April werden Vertreter von Textilindustrie, Handel, Gewerkschaften und Arbeitsrechtsinitiativen eingeladen, wie am Dienstag aus Regierungskreisen verlautete.

Hauptziel des Ministers seien freiwillige Selbstverpflichtungen von Industrie und Handel auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen, hieß es. Im Gespräch ist ein neues Gütesiegel. Die Verbraucher sollten Orientierungshilfen haben, damit sie die Wirtschaft unter Druck setzen könnten. Sollten freiwillige Vereinbarungen nicht greifen, erwägt Müller auch, gesetzliche Regelungen auf den Weg zu bringen. Das Entwicklungsministerium gründete bereits 2001 einen Runden Tisch zu Verhaltenskodizes von Unternehmen.

Die Kampagne für Saubere Kleidung dringt auf wirksame Schritte und Offenlegungspflichten der Firmen. Wenn ein neues Siegel beschlossen werde, dürfe das nicht nur eine Sache von Unternehmen sein, sondern müsse auch Gewerkschaften und Initiativen beteiligen, sagte Kampagnensprecher Bernd Hinzmann dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Wir wollen einen Lohn, der zum Leben reicht."

Mehr als 1.130 Menschen waren getötet worden

Das Siegel sollte sich zudem nicht nur auf ein Produkt wie T-Shirts, Jeans oder Baumwolle beziehen, sondern auf das gesamte Unternehmen und seine Zulieferkette. "Die Produktion ist heute sehr komplex", sagte Hinzmann. Bisherige Siegel gälten nur für einige Herstellungsschritte, was für die Verbraucher kaum durchschaubar sei.

Am 24. April 2013 war in Bangladesch in der Nähe der Hauptstadt Dhaka das Rana-Plaza-Hochhaus eingestürzt, in dem sich mehrere Textilfabriken befanden. Mehr als 1.130 Menschen wurden getötet, 1.650 verletzt. Die Opfer waren vor allem Textilarbeiterinnen, die auch für westliche Modefirmen tätig waren. Sie hatten weiter dort arbeiten müssen, obwohl kurz vor dem Unglück Risse in dem Gebäude entdeckt worden waren.

Inzwischen haben einige Unternehmen sich in einem Brandschutzabkommen auf Fabrikinspektionen in Bangladesch verpflichtet. In den internationalen Entschädigungsfonds für Rana-Plaza-Opfer wurde aber erst ein Drittel der benötigten 30 Millionen Euro eingezahlt.

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