Gauck wünscht sich Mut zur Innovation im Fernsehen

Gauck wünscht sich Mut zur Innovation im Fernsehen
Bundespräsident Joachim Gauck hat anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Grimme-Preises die Verdienste des Preises um die Qualität im Fernsehen gewürdigt.

Der Preis weise darauf hin, "dass das Medium allein eben noch nicht die Botschaft ist, sondern dass es auf die Inhalte und deren Qualität ankommt", sagte Gauck am Freitagabend in einer Festansprache in Marl. Er wünsche sich vom Fernsehen mehr Mut, Individuelles zuzulassen und Mut zur Innovation. "Immer mehr von immer demselben: Das kann nicht das Rezept für Qualität sein", mahnte der Bundespräsident bei der diesjährigen Preisverleihung.

Schimanski und das Durchhaltevermögen

Gauck erinnerte daran, dass in der Nähe von Marl, in Duisburg, vor mehr als 30 Jahren der "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski erfunden worden sei. Diese Figur habe am Anfang wütende Proteste hervorgerufen, weil man gefürchtet habe, sie würde dem Image des Ruhrgebiets schaden. Dieses Beispiel zeige, dass neben Mut auch Durchhaltevermögen nötig sei. 

Zu den Preisträgern gehörte in diesem Jahr auch ein "Tatort? aus Wien (RBB/ORF). Der Schauspieler Harald Krassnitzer sagte, er freue sich, dass der Film, der im Milieu von Zwangsprostitution in Wien spielt, die Jury berührt habe. Dann sei die Arbeit der Schauspieler "legitimiert?, sagte er. Die "Tatort?-Reihe im Ersten erhielt in diesem Jahr auch die Besondere Ehrung des Volkshochschulverbandes.  Damit wurde erstmals und einmalig ein Programmformat statt einer Persönlichkeit ausgezeichnet.

Weitere Preise in der Kategorie Fiktion gingen an das Dokudrama "Eine mörderische Endscheidung" (NDR/ARTE) über den Bombenangriff auf zwei Tanklaster in Afghanistan im September 2009 und den Film "Mord im Eberswalde" (WDR), der auf einem realen Kriminalfall in der DDR der 60er Jahre basiert. Auch der Film "Grenzgang" (WDR/NDR) und die Echtzeit-Serie "Zeit der Helden (SWR/ARTE) bekamen Grimme-Preise.

Film über Sexualstraftäter geehrt

Für den Dokumentarfilm "Restrisiko" (BR) über Sexualtäter im Maßregelvollzug wurden die Autorin und Regisseurin Katrin Bühlig sowie die Produzentin Dagmar Biller ausgezeichnet. In der Kategorie Information & Kultur war die satirische Reportagereihe "Sonneborn rettet die Welt" (ZDF/ZDF neo) des früheren "Titanic"-Chefredakteurs Martin Sonneborn der Jury einen Preis wert. Weitere Ehrungen gingen an die Reportage "Betongold" (RBB/ARTE) über den Verkauf eines Berliner Mietshauses und die Produktion "Work hard - play hard" (ZDF/ARTE) über die von ständigem Optimierungsdenken gekennzeichnete Arbeitswelt. Der Dokumentarfilm "The Voice of Peace" (NDR) über den israelischen Friedensaktivisten Abie Nathan erhielt neben dem Grimme-Preis auch den Publikumspreis der Marler Gruppe. 

Der einzige Preis für einen Privatsender ging an ProSieben für "Circus Halligalli" mit Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. In der Kategorie Unterhaltung wurden außerdem auch Jan Böhmermann, Matthias Schulz und Philipp Käßbohrer für die Sendung "Neo Magazin" (ZDF/ZDFneo) ausgezeichnet.  Der undotierte Grimme-Preis gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis. Die Auszeichnung ist nach Adolf Grimme benannt, der von 1948 bis 1956 Generaldirektor des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) war.

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