Bischöfin Fehrs: Schweigepflicht bei Missbrauch diskutieren

Bischöfin Fehrs: Schweigepflicht bei Missbrauch diskutieren
Nicht jedes Gespräch mit einem Pfarrer unterliegt der Schweigepflicht. Die dürfe nicht verletzt werden, aber bei Missbrauchsfällen müsse gehandelt werden, sagte die Hamburg-Lübecker Bischöfin Kirsten Fehrs.

Die Hamburg-Lübecker Bischöfin Kirsten Fehrs will angesichts von Missbrauchs-Fällen in der Kirche die Schweigepflicht von Seelsorgern verstärkt zum Thema machen. "Wir müssen uns auch mit den Dilemmata der seelsorgerlichen Schweigepflicht befassen", sagte die evangelische Theologin am Samstag auf der Nordkirchen-Synode in Lübeck-Travemünde.

An der Schweigepflicht selbst dürfe nicht gerührt werden, betonte die Bischöfin. Doch den Umgang mit ihr "müssen wir uns anschauen". In Gesprächen mit Gewalt-Opfern solle geklärt werden, ob Schweigepflicht überhaupt besteht oder ob sie den Seelsorger davon entbinden, sagte Fehrs. Nicht jedes Gespräch mit einem Pastor stehe unter Schweigepflicht.

Die Bischöfin rief zur Courage in der Kirche auf, wenn von einem Missbrauchs-Verdacht berichtet wird. Der betroffene Amtsträger müsse angesprochen werden, "auch wenn es der Kollege ist". Auch der Dienstvorgesetzte müsse eingeschaltet werden. Hintergrund der Äußerungen sind unter anderem die Missbrauchsfälle in Ahrensburg, in die zwei Pastoren verstrickt waren.

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