ILO verzeichnet weltweiten Anstieg der Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit im Euroraum

Foto: dpa/Juanjo Martin

ILO verzeichnet weltweiten Anstieg der Arbeitslosigkeit
Mehr als fünf Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise haben Arbeitnehmer weltweit noch immer unter den Folgen zu leiden.

Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Montagsausgabe) unter Berufung auf den ihr vorliegenden neuen Jahresbericht der Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO). Nach Berechnungen der ILO-Experten waren im vergangenen Jahr weltweit rund 202 Millionen Menschen ohne Beschäftigung. Das seien rund fünf Millionen mehr als noch im Jahr zuvor.

Der kontinuierliche Anstieg der Arbeitslosigkeit begann mit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 und wird nach Einschätzung der ILO weiter anhalten. Für das Jahr 2018 rechnet die Organisation mit insgesamt 215 Millionen Jobsuchenden. Wegen der gleichzeitigen Anstiegs der Bevölkerung werde die Arbeitslosenrate jedoch voraussichtlich in den kommenden Jahren konstant bleiben.

Vor allem in Ost- und Südasien ist es dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen. Aber auch Regionen in Afrika und Europa litten unter gestiegenen Beschäftigungsmangel.

Besonders Jugendliche sind betroffen

Insbesondere seien junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren von der Arbeitslosigkeit betroffen. Etwa 74,5 Millionen von ihnen hätten im vergangenen Jahr keine Arbeitsstelle gehabt, eine Million mehr als im Vorjahr. Die globale Arbeitslosenrate für Jugendliche sei mit 13,1 Prozent fast dreimal so hoch wie die für Erwachsene.

Auch sei die Zeit der durchschnittlichen Arbeitslosigkeit angestiegen. So dauere die Zeit zwischen Verlust und Neuaufnahme der Arbeit in Griechenland inzwischen bis zu neun Monate. Acht Monate lang suchen die Arbeitslosen in Spanien im Durchschnitt nach einer neuen Arbeitsstelle.

Als wesentliche Ursache für die weltweite Rekordarbeitslosigkeit sehen die ILO-Experten eine hartnäckige Nachfrageschwäche. Die Sparpolitik in vielen entwickelten Ländern erschwere einen schnelleren Anstieg der wirtschaftlichen Leistung.

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