Managerinnen-Barometer: Vorstände weiter in Männerhand

Managerinnen-Barometer: Vorstände weiter in Männerhand
Frauen haben es in Deutschland weiterhin schwer, Führungspositionen zu erreichen. In den Vorständen der großen DAX-Unternehmen ist der Frauenanteil sogar um anderthalb Prozentpunkte auf 6,3 Prozent zurückgegangen. Das geht aus dem Managerinnen-Barometer 2014 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. In den Aufsichtsräten der 30 größten börsennotierten Unternehmen sieht es besser aus: Dort war 2013 jedes fünfte Mitglied eine Frau (21,9 Prozent), ein Plus von zweieinhalb Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In den Aufsichtsräten der 200 umsatzstärksten Unternehmen stieg der Frauenanteil den Angaben zufolge gegenüber 2012 um rund zwei Prozentpunkte auf gut 15 Prozent - von 2.159 Aufsichtsratsmitgliedern sind 325 weiblich. In den Vorständen stagniert der Frauenanteil bei 4,4 Prozent - das entspricht 40 Frauen von insgesamt 906 Vorstandsmitgliedern. Die niedrigen Werte hätten sie überrascht, sagte die Leiterin der Studie, DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst: "Wir haben erwartet, dass die Zahlen deutlich in die Höhe gehen." Insbesondere in den Vorständen gehe es aber kaum voran.

Bei den Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung sieht es nicht besser aus. In den Vorständen sind deutlich weniger als zehn Prozent der Mitglieder weiblich, in den Aufsichtsräten zwischen 16 und 18 Prozent. Bei den Unternehmen mit Bundesbeteiligung ist der Frauenanteil in den Aufsichtsräten im vergangenen Jahr um 1,8 Prozentpunkte auf 18,1 Prozent zurückgegangen, in den Vorständen ist er um 1,4 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent gestiegen.

Holst sagte, die Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung könnten eine Vorreiterrolle bei der Beschäftigung von Frauen in Führungsposition spielen, seien tatsächlich davon "aber weit entfernt". Holst sprach sich für Quoten aus, obwohl sie als Ökonomin Quoten eigentlich nicht befürworte. Doch sehe sie bei der Erhebung der Daten, "wie langsam es vorangeht".

Auskunft über die 500 größten Unternehmen

Das DIW untersucht seit 2006 jedes Jahr den Frauenanteil in den Spitzengremien der deutschen Wirtschaft. Die Daten werden jeweils am Ende eines Jahres erhoben. Das Managerinnen-Barometer 2014 gibt in zwei Berichten Auskunft über die 500 größten Unternehmen, darunter auch die 100 größten Banken und Sparkassen sowie 60 Versicherungen.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass börsennotierte und voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen von 2016 an in ihren Aufsichtsräten - nicht aber in den Vorständen - eine Frauenquote von 30 Prozent erfüllen müssen. Die Aufsichtsräte sind jeweils zur Hälfte mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern besetzt. Nach DIW-Angaben betrifft das etwa 100 bis 120 größere Unternehmen in Deutschland.

Insgesamt sollen börsennotierte oder mitbestimmungspflichtige Unternehmen mit einer Flexiquote verpflichtet werden, sich 2015 auf verbindliche Ziele für die Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten, Vorständen und in den oberen Management-Etagen festzulegen und die ersten Ziele bis zur nächsten Bundestagswahl zu erreichen.


 

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