Vereinte Nationen: Gewalt behindert Nothilfe in Zentralafrika

French troops in Central African Republic

Foto: dpa/Handout

Vereinte Nationen: Gewalt behindert Nothilfe in Zentralafrika
In der Zentralafrikanischen Republik behindert die anhaltende Gewalt die Hilfe für Hunderttausende Flüchtlinge. Bewaffnete Milizen verübten gezielt Angriffe auf die Zivilbevölkerung und plünderten, erklärte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in Genf.

Mehr als 935.000 Menschen, ein Fünftel der Bevölkerung, sei auf der Flucht. Viele Menschen lebten ohne jede Versorgung im Busch. Tödliche Schießereien am Flughafen der Hauptstadt Bangui zwangen "Ärzte ohne Grenzen", ihre Hilfe für die dort kampierenden 100.000 Flüchtlinge stark einzuschränken, wie die Nothilfeorganisation in Berlin mitteilte. Bei mehrfachen Schusswechseln seien in der Nähe der aufgebauten Klinik zwei kleine Kinder getötet und 40 Menschen verletzt worden.

"Ärzte ohne Grenzen" ist nach eigenen Angaben die einzige medizinische Hilfsorganisation auf dem Flughafengelände. Künftig soll dort ein kleines Team nur noch Schwerverletzte behandeln und an andere Krankenhäuser überweisen. Die Arbeit an anderen Orten will "Ärzte ohne Grenzen" fortsetzen.

Aus einem Machtkampf um rivalisierende Politiker droht in der Zentralafrikanischen Republik ein Bürgerkrieg zwischen religiösen Gruppen zu werden. Im März 2013 hatten Rebellen der Séléka-Bewegung Präsident François Bozizé gestürzt, der Christ ist. Übergangspräsident wurde der Muslim Michel Djotodia, aber die Ex-Séléka-Bewegung terrorisiert weiter Zivilisten, häufig Christen. Dagegen wird der christlichen Miliz Anti-Balaka vorgeworfen, gegen muslimische Zivilisten vorzugehen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung des Landes bekennt sich zum Christentum, 15 Prozent sind Muslime.

Die "Gesellschaft für bedrohte Völker" in Göttingen fordert die Entsendung von UN-Blauhelmsoldaten in die Zentralafrikanische Republik, um ein Massensterben zu verhindern. Die derzeit dort stationierten 1.600 französischen und 4.000 afrikanischen Soldaten seien offensichtlich nicht in der Lage, die Milizen zu entwaffnen und die Bevölkerung zu schützen. Die Europäische Union müsse in einer Dringlichkeitssitzung über die dramatische Lage in dem Land beraten, forderte Afrika-Referent Ulrich Delius. Die EU plant für den 20. Januar in Brüssel eine Konferenz zur Lage in der Zentralafrikanischen Republik.

 

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