Deutsche Gemeinde in Kiew hilft Demonstranten mit Suppe und Musik

Deutsche Gemeinde in Kiew hilft Demonstranten mit Suppe und Musik
Die Unterstützung von Demonstranten schweißt die Deutsche Evangelisch-Lutherische Gemeinde St. Katharina in der ukrainischen Hauptstadt zusammen.

Während der prowestlichen Demonstrationen auf dem Unabhängigkeitsplatz Maidan hat die St. Katharinen-Gemeinde auch am Wochenende Menschen mit Getränken und Suppe versorgt und Schlafmöglichkeiten angeboten. Es seien besonders viele ältere Menschen aus entfernten Landesteilen zu der Demo die ukrainische Hauptstadt gekommen, berichtet der Pfarrer der deutschen Gemeinde in Kiew, Ralf Haska. Einige von ihnen hätten in der Kirche übernachtet.

Pfarrer Haska und seine Frau erleben eine große Hilfsbereitschaft der lutherischen Christen. Etliche Gemeindeglieder riefen an und hinterließen ihre Telefonnummer, andere kämen spontan in die Kirche, um Demonstranten zu betreuen. "Das schweißt eine Gemeinde zusammen im aktiven Helfen", so der Pfarrer. "Die Menschen möchten auch was zurückgeben, gerade die Älteren mit ihren kleinen Pensionen. Sie spüren, dass sie jetzt gebraucht werden."

Das Gemeindeleben in St. Katharina läuft trotzdem wie gewohnt weiter. Am Wochenende gab es neben dem Gottesdienst auch ein Adventskonzert des Kirchenchores. Pfarerr Haska hatte sich zuvor gefragt: "Können wir das überhaupt machen?" Er habe sich dann aber gesagt: "Wir dürfen nicht vergessen, dass der Mensch auch Stärkung seiner Seele braucht." Das Konzert sei mit rund 80 Gästen gut besucht gewesen, auch vom Maidan seien Menschen gekommen.