Bestürzung nach Tod deutscher Entwicklungsexperten im Jemen

Yemen car bombing attack aftermath

Foto: dpa/Yahya Arhab

Deutschland spricht 2019
Bestürzung nach Tod deutscher Entwicklungsexperten im Jemen
Nach dem Terroranschlag mit Dutzenden Toten im Jemen, bei dem auch zwei deutsche Entwicklungsexperten ums Leben kamen, prüft ein Krisenstab der Bundesregierung mögliche Konsequenzen für die weitere Zusammenarbeit.

Aus Regierungskreisen in Berlin verlautete am Freitag, es könnte auf eine Ausdünnung des Personals hinauslaufen. Bei dem Anschlag in der Hauptstadt Sanaa waren am Donnerstag mehr als 50 Menschen getötet worden, darunter zwei deutsche und ein jemenitischer Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Die Deutschen seien zufällig vor Ort gewesen, erklärte die GIZ in Eschborn bei Frankfurt. Zu dem Gebäudekomplex, das Ziel des Anschlags wurde, gehören das Verteidigungsministerium und ein Militärkrankenhaus. Die GIZ-Mitarbeiter hielten sich offenbar in dem Krankenhaus auf.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigten sich tief bestürzt. "Ich verurteile den feigen Anschlag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa aufs Schärfste", erklärte Niebel am Freitag in Berlin. "Wir unterstützen mit unserer Entwicklungsarbeit die Menschen im Jemen dabei, sich eine Zukunftsperspektive zu erarbeiten. Die Terroristen zielen darauf, genau diese Zukunft zu zerstören", betonte er. "Deshalb attackieren sie die Menschen, wo sie am verletzlichsten sind, zum Beispiel im Krankenhaus."

GIZ seit 40 Jahren im Jemen aktiv

Westerwelle erklärte, die Bundesregierung erwarte, dass der Terrorakt schnellstmöglich aufgeklärt werde und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. Jemen dürfe kein Hort des Terrors werden, sagte der Außenminister. Dafür werde Deutschland sich weiter einsetzen.

Die GIZ ist seit mehr als 40 Jahren im Jemen aktiv. Sie fördert dort vor allem die Bildung und baut die Wasserversorgung aus. Weiter ist das Bundesunternehmen im Gesundheitssektor, in der Ernährungssicherung und der Wirtschaftsentwicklung tätig.