"Wie im Gulag": Mann von Pussy-Riot-Aktivistin hofft auf Hilfe

"Wie im Gulag": Mann von Pussy-Riot-Aktivistin hofft auf Hilfe
Der Ehemann der inhaftierten Pussy-Riot-Sängerin Nadja Tolokonnikowa, Pjotr Wersilow, hat an die westlichen Staatschefs appelliert, sich für seine Frau einzusetzen.

Während des Prozesses gegen die Aktivistinnen habe es großen internationalen Druck gegeben, sagte Wersilow der "Berliner Zeitung" (Freitagsausgabe).

"Angela Merkel sprach sich noch am Tag des Urteils gegen eine Verurteilung der Mädchen aus", sagte er. Das habe Putin unter Druck gebracht und die Sicherheit der Frauen erhöht, weil die gesamte Welt hinsah. "Leider üben die westlichen Politiker inzwischen nicht mehr viel Druck aus", beklagte Wersilow. "Wir würden uns wünschen, dass vor allem Regierungschefs sich zu Wort melden und von der russischen Regierung verlangen, mit ihren Kritikern nicht so umzugehen."


Tolokonnikowa war im August 2012 mit zwei weiteren Mitgliedern der Band Pussy Riot für einen Putin-kritischen Auftritt in einer Moskauer Kirche zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Die 23-jährige Aktivistin, die mit Wersilow eine fünfjährige Tochter hat, war am Donnerstag nach vier Wochen ohne Lebenszeichen in einem Justizkrankenhaus im sibirischen Krasnojarsk wieder aufgetaucht. Sie sollte Mitte Oktober aus einem Straflager in der Teilrepublik Mordwinien verlegt werden.

"Sie hatte selbst um eine Verlegung gebeten, weil ihr von Wärtern Gewalt angedroht wurde", sagte ihr Mann der "Berliner Zeitung". Grund sei gewesen, dass sie die Haftbedingungen in dem Lager öffentlich gemacht hatte. "Die Frauen da müssen 17 Stunden am Tag arbeiten, 800 Frauen müssen einen Waschraum nutzen, der für fünf gedacht ist und völlig verdreckt, es gab drastische Bestrafungsaktionen. Es war wie im Gulag", sagte Wersilow.

Meldungen

Top Meldung
Papst Franziskus und Heinrich Bedford-Strohm beim entzünden von Kerzen.
Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hofft auf gemeinsame Abendmahlsfeiern. Der Wille, in der Ökumene weiterzukommen, sei weit verbreitet, sagte er bei einem ökumenischen Friedensgebet mit Papst Franziskus in Rom.