Bundesrat: "Pille danach" soll rezeptfrei werden

Bundesrat: "Pille danach" soll rezeptfrei werden
Nach dem Willen der Bundesländer soll die "Pille danach" rezeptfrei werden.

Der Bundesrat beschloss am Freitag in Berlin, dass das Verhütungsmittel von den Apotheken ohne ärztliche Verordnung abgegeben werden soll. Vom Mai kommenden Jahres an sollen die Krankenkassen die Kosten übernehmen.

Im Januar hatte der Fall einer jungen Frau aus Köln für Empörung gesorgt: Zwei katholische Krankenhäuser hatten es abgelehnt, sie zu untersuchen, um Spuren einer möglichen Vergewaltigung zu sichern und eventuell die "Pille danach" zu verschreiben. Katholikinnen sind Abtreibungen und die Verwendung von Verhütungsmitteln verboten. Ärzte in katholischen Kliniken dürfen deshalb die "Pille danach" nicht verschreiben.

Die Bundesländer argumentieren, die "Pille danach" sei in zahlreichen Ländern wie den USA, Großbritannien, der Schweiz, Frankreich und den skandinavischen Ländern ohne Rezept erhältlich. Es seien überall gute Erfahrungen gemacht worden. Damit das Verhütungsmittel für Notfälle künftig wirklich rezeptfrei zu bekommen ist, muss die Bundesregierung der Verordnung ebenfalls zustimmen. Der Bundestag muss sie nicht behandeln.

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