Münsteraner "Tatort"-Team bekommt Lebenshilfe-Preis

Münsteraner "Tatort"-Team bekommt Lebenshilfe-Preis
Alberich und Boerne, das Münsteraner Tatort-Duo in der Gerichtsmedizin, sorgt im Fernsehen immer wieder für Lacher. Im wahren Leben sorgen die beiden auch für Anerkennung von Kleinwüchsigen - dafür bekommt das Team nun einen Preis.

Die Schauspielerin ChrisTine Urspruch und das Team des Münsteraner "Tatort" haben den diesjährigen "Bobby" erhalten, den Medienpreis der Lebenshilfe.

Damit werde der humorvollen Umgang des Krimi-Formats mit einem vermeintlichen Defizit gewürdigt, erklärte die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Ulla Schmidt, bei der Preisverleihung am Donnerstag in Köln. "Wie frech und tabulos hier mit dem Anderssein umgegangen wird, sucht seinesgleichen in der deutschen Fernsehlandschaft."

Nicht zuletzt die pointierten Wortwechsel zwischen der kleinwüchsigen Gerichtsmedizinerin Silke Haller, gespielt von ChrisTine Urspruch, und ihrem Chef, Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers), trügen zum Erfolg der Serie bei, hieß es. Haller muss sich etwa in zahlreichen Folgen von ihrem Chef als "Alberich" anreden lassen: Der Zwerg Alberich ist der Antagonist in der Opern-Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner.

Im Rampenlicht steht ein selbstbewusster Mensch

"Im Tatort Münster wird nicht das leidgeprüfte Schicksal eines behinderten Menschen dargestellt", sagte Schmidt weiter. Im Rampenlicht stehe vielmehr ein selbstbewusster Mensch. Damit erweise das Team des Tatort Münster der Inklusion, der uneingeschränkten Teilhabe von Menschen mit Behinderung, einen großen Dienst, betonte die frühere Bundesgesundheitsministerin.

Der Preis der Lebenshilfe wurde in diesem Jahr zum 14. Mal verliehen. Mit der nicht dotierten Auszeichnung in Form einer Porträtbüste, die dem Schauspieler und ersten Preisträger Bobby Brederlow nachempfunden ist, würdigt die Lebenshilfe seit 1999 vorbildliches Engagement für Menschen mit Behinderung. Zu den bisherigen Preisträgern zählen die TV-Moderatoren Günther Jauch, Alfred Biolek und Guildo Horn sowie Willi Lemke, der ehemalige Manager von SV Werder Bremen, der seit 2008 Sonderberater des UN-Generalsekretärs ist.

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