CSU-Politiker Gauweiler mit "Luther-Rose 2013" geehrt

CSU-Politiker Gauweiler mit "Luther-Rose 2013" geehrt
Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler ist am Donnerstag in Berlin mit der "Luther-Rose 2013" ausgezeichnet worden. Der evangelische Politiker wurde bei der 6. Luther-Konferenz der Internationalen Martin-Luther-Stiftung für seine Zivilcourage und seine Unternehmercourage als Partner einer Anwaltskanzlei geehrt.
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Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) würdigte seinen parteipolitischen Kontrahenten Peter Gauweiler in der Laudatio als streitbaren Protestanten, der trotz seiner Verehrung für den emeritierten Papst Benedikt XVI. "sehr lutherisch" sei.

Die Luther-Stiftung ehrte Gauweiler als eine Persönlichkeit, die "in beispielgebender Weise mit ihrem Leben und beruflichen Wirken die reformatorische Tradition von Freiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl eingesetzt hat". Ude sprach von "Pikanterie", dass gerade er die Laudatio auf Gauweiler halte. Er könne seinen "Rivalen", mit dem er sich regelmäßig per Briefwechsel duelliert, jedoch "wohlwollend bewerten".

Der SPD-Politiker lobte Gauweilers "lutherische Aufsässigkeit" und dessen Fähigkeit, Entscheidungen ohne Rücksicht auf sein Umfeld eigenständig zu treffen. Gauweiler habe sich um die parlamentarische Demokratie verdient gemacht. Ude attestierte dem CSU-Politiker im katholisch-geprägten Umfeld reformatorische Standfestigkeit: "Wie einst Luther ist auch Gauweiler stets der Meinung, dass er nicht anders könne, als dort zu stehen, wo er steht." 

Gauweiler selbst betonte: "Auch wir Bayern stehen auf den Schultern Martin Luthers, des genialen Sprachschöpfers und christlichen Patrioten." Gauweiler gehört seit 1968 der CSU an. Der Jurist war von 1990 bis 1994 bayerischer Staatsminister für Landesentwicklung und Umweltfragen. Dem Bundestag gehört er seit 2002 an. Mit Verfassungsbeschwerden gegen den Vertrag von Lissabon und in der Euro-Krise gegen den Europäischen Stabilitätsmechanismus sorgte er für Aufsehen und wich von der Linie seiner Partei ab.

Impulse der Reformation in die Welt tragen

Mit der "Luther-Rose" wurden unter anderen der Unternehmer Heinz Horst Deichmann, der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans-Peter Keitel, sowie die Unternehmerin und Dressurreiterin Gabriela Grillo geehrt. Die 6. Luther-Konferenz trug den Titel "Mythos Pfarrhaus. Die Wirkung des Protestantismus auf Gesellschaft und Wirtschaft" und stand in engem Bezug zu der Ausstellung "Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses", die ab diesem Freitag im Deutschen Historischen Museum zu sehen ist.

Bei der Konferenz diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur über Beiträge des evangelischen Pfarrhauses für die deutsche Kultur, Politik und Wirtschaft. Die Internationale Martin-Luther-Stiftung mit Sitz in Eisenach wurde am 10. November 2007 in Wittenberg errichtet. Sie will die Impulse der Reformation in einen Dialog zwischen Kirche, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik einbringen, um so zur Entwicklung einer verantwortungsbereiten und leistungsstarken Wirtschaft und Bürgergesellschaft beizutragen.

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