Jetzt also doch: Tebartz-van Elst am Montag beim Papst

Jetzt also doch: Tebartz-van Elst am Montag beim Papst
Seit einer Woche wartet der unter Druck geratene Bischof Tebartz-van Elst in Rom auf eine Visite beim Papst. Jetzt hat sich das Warten gelohnt: Franziskus will ihn anhören.

Papst Franziskus wird den Limburger Bischof, Franz-Peter Tebartz- van Elst, in Audienz empfangen. Wie aus Vatikankreisen verlautete, ist die Begegnung für diesen Montag geplant. Der 53-jährige Bischof steht vor allem wegen der Kostenexplosion beim Bau der Bischofsresidenz unter Druck. Seit einer Woche hält sich der Bischof in Rom zu Gesprächen auf. Das Bistum distanzierte sich inzwischen weitgehend von Tebartz-van Elst, prominente Katholiken legten ihm den Amtsverzicht nahe.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S.) ist der Bischof allerdings bisher nicht bereit, sein Amt freiwillig aufzugeben. Er gehe davon aus, eine immer markanter hervortretende Mitschuld der Bistumsgremien werde für seine Entlastung sorgen, heißt es in der Zeitung. Derzeit prüft eine Untersuchungskommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz Kosten und Entscheidungswege beim Bau des neuen Diözesanzentrums am Limburger Dom.

Tebartz-van Elst war am 13. Oktober nach Rom gereist. Bis auf ein Gespräch mit dem Präfekten der Bischofskonkregation, Kardinal Marc Ouellet, Anfang der vergangenen Woche wurde bisher kein weiterer Termin des Bischofs im Vatikan bekannt. Ouellet, der Tebartz-van Elst zunächst "volles Vertrauen" ausgesprochen hatte, soll der F.A.S. zufolge inzwischen zu einer wesentlich kritischeren Einschätzung gelangt sein. Er spricht neben dem Papst das gewichtigste Wort, sollte es zu einer Amtsenthebung kommen.

In der Bischofskongregation habe "ein Prozess des Umdenkens" eingesetzt, erfuhr die Zeitung aus Kirchenkreisen. Der Präfekt habe erkannt, dass Tebartz-van Elst sein Amt nicht mehr ausüben könne. Der kanadische Kardinal Ouellet war am Samstag von Papst Franziskus empfangen worden.

Untersuchungskommission soll in "Wochen, nicht Monaten" fertig sein

Im Vatikan wird erwartet, dass Franziskus vor einem formellen Absetzungsverfahren auch den Bericht der Untersuchungskommission abwarten wird, die ihre Arbeit bereits aufgenommen hat. Sie soll Kosten und Entscheidungswege beim Bau der Limburger Bischofsresidenz prüfen. Es sei "eine Frage von Wochen, aber nicht von Monaten" bis der Bericht vorliege, hieß es in Kirchenkreisen.

Der Limburger Domdekan, Günther Geis, sagte der Bistumszeitung, "Der Sonntag" (Online-Ausgabe) unterdessen, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit sei bei Null angelangt. "Das Vertrauen in Bischof Tebartz-van Elst ist dahin, und ich sehe nicht, wie neues Vertrauen wachsen kann." Es müsse einen Neuanfang mit einem neuen Bischof geben, so der Domdekan.

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