Junge Islam Konferenz will auch auf Länderebene tagen

Junge Islam Konferenz will auch auf Länderebene tagen
Die von der Mercator Stiftung und der Humboldt-Universität in Berlin initiierte Junge Islam Konferenz will künftig auch in den Ländern zu Fragen des Zusammenlebens von Muslimen und Nicht-Muslimen beraten.

Wie die Stiftung am Donnerstag mitteilte, sollte auf der derzeit in Berlin tagenden Kultusministerkonferenz dafür geworben werden, sich als Teilnehmerland zu bewerben. Ziel der Konferenz ist es, mit Projekten beispielsweise in Schulen zu informieren und Vorurteile gegenüber dem Islam abzubauen.

Ein erstes Pilotprojekt fand in diesem Jahr bereits in Berlin statt. Stück für Stück sollen mehr Länder hinzukommen. Die Bundesländer können dabei nach Angaben eines Sprechers über die Themen entscheiden, die diskutiert werden sollen. Neben Themen im Bereich Bildung könnte so auch über staatsvertragliche Regelungen mit muslimischen Gemeinschaften debattiert werden.

Der Jungen Islam Konferenz gehören muslimische und nicht-muslimische Jugendliche zwischen 17 bis 23 Jahren an. Bislang kamen die Delegierten regelmäßig auf Bundesebene zusammen und erstellten auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse Empfehlungen, die sie jeweils zur Deutschen Islamkonferenz unter Federführung des Bundesinnenministeriums übergaben.

Die Deutsche Islamkonferenz war 2006 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) einberufen worden, um den Dialog zwischen den Muslimen und dem Staat zu institutionalisieren. Das Gremium legte wichtige Grundsteine für islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen und die akademische Imam-Ausbildung an Universitäten.

In den vergangenen Jahren wurde der Deutschen Islamkonferenz aber immer wieder vorgeworfen, Sicherheitsthemen wie Extremismus und Islamismus zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Wie es mit der staatlichen Dialogplattform unter der künftigen Regierung weitergeht, ist noch offen.

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